ermuntert durch einen radiobeitrag über die lethargie, das nichts-tun, erinnerte ich mich an eine conversation, die ich im vergangenen jahr in der esf-kultur-maillingliste angestossen hatte: es ging um den beitrag eines künstlers auf der documenta, abgedruckt im documenta-magazin. so rumorte es also seit tagen in meinem kopf. und ich überlegte, wie ich dieses projekt weiterführe. ob und warum. in der frage der (selbst)organisation und der langjährigen auseinandersetzung mit kunst/markt/kapitalismus war ich schon länger darüber im klaren, dass in und mit der kunst kein blumentopf gewonnen werden kann. dass diese nichts bewirkt und durch und durch korumpiert ist. das lässt nun assoziieren, dass kunst doch, wenn nur richtg eingesetzt, etwas bewirken könne. im bürgerlichen moderne-verständnis: ja. mit dem projekt revolution vor augen: nein. so halte ich, nach längerem nachdenken, die faulheit, das nichts tun, die kompromissloseste möglichkeit künstlerischen handelns in der bürgerlichen gesellschaft. nicht streik, nicht protest. allein das nichts tun. die faulheit. die apathie (schlimmstenfalls). vermögen den radikalsten ausdruck, der heute möglich ist. sich als mensch den verwertungsinteressen verweigern. ohne zwang auf utopie, gegenutopie, gegenmodell und ähnlichem. es muss nicht produziert werden. dass führt uns dann zur politischen tat. denn sich den verwertungsinteressen verweigern heisst politisch handeln. das ist die genuine künstlerische geste: politisches handeln.