beim durchlesen des gestrigen eintrags merkte ich, wie blödsinnig der war/ist. es geht nicht darum, eine anti-haltung einzunehmen. die ist grundbedingung. und es ist der falsche weg, zu überlegen, wie ich ein werk vermeide oder ähnliches. das entspricht einer inneren logik die der systemtheorie entsprungen ist.
das kann es aber nicht sein. dieses projekt hat den anspruch, an die wurzeln zu stossen. das ist mit einem systemtheoretischen ansatz nicht machbar. es führt zu nichts (wenn mann mal aussen vorlässt, daß div. arbeiten und künstler, die sich mit dem kunstsystem auseinandersetzen, gute und interessante arbeiten abliefern), institutionskritisch zu arbeiten. das stellt die institution nicht in frage.
lediglich ein marterialistischer ansatz vermag in die tiefe zu gelanegn und zu einer eigenständigen - oppositionellen haltung - führen.
um die möglichkeiten der netzkunst zu begreifen, ihre bedingungen und zwänge, reicht ein systhemtheoretischer ansatz nicht aus. denn dieser führt nur zu einer bestätigung des vorhandenen. er hindert aber daran, das netz in allen seinen facetten (nicht nur den technischen) zu begreifen.
wenn wir aber das netz nicht wirklich begreifen - die durch das netz vorgegebenen produktionsbedingungen zum beispiel - dann landen wir letztlich in der mainstreambewegung der technikbefürworter. diese krakelen - so denn sie sich aufklärerisch geben - daß das netz immer nur gut sei, so gut, wie eben der mensch, der es benutze.
das ist aber humbuk. wenn wir die geschichte des netzes betrachten, dann haben wir es mit militärischen, ökonomischen und darwinistischen machtmechanismen zu tun.
eine gute ausgangsbasis für diese gedankengänge ist der film/das buch das netz von lutz dammbeck. in seinem film geht er recht ausführlich auf die entstehungsgeschichte des netzes ein. und er zeigt verbindungen zwischen der kunstavantgarde und unterdrückungsapparaten wie cia und anderen auf.
ein verdienst ist, daß dammbeck entlarvt, was heute mit street credibility bezeichnet wird, damals keinen eigenständigen namen hatte. sinn, so dammbeck, war, durch die schleife kunst/künstler die technik ihrer eindeutigen herkunft (und absicht) zu verschleiern.
fazit: das projekt muss sich jeder systemtheoretischer einflüsse entledigen.
weitere schritte: den pfaden von dammbeck folgen. gleichzeitig ökonomische behauptungen mit marx querlesen (aktuelle kunst-institutionskritische projekte setzen sich gerne mit prekarisierung, künstler als vorreiter, selbstmanagement etc. auseinander). in weiteren schritte werden solche projekte herangezogen und die stichworte ebenfalls quergelesen.
15:58
auf nachfrage bekomme ich heute vom kultursekretariat die antwort, daß der erwerb eines computers eine investition (investitionskosten) und keine produktionskosten sei. mir scheint diese definition - vor dem hintergrund der erstellung eines netzkunstwerkes - absurd. zur netzkunst gehören computer fast untrennbar zusammen. ohne computer - und damit access zum internet - keine netzkunst.
ohne computer kann ein netzkunstwerk nicht wirklich erstellt werden. somit ist der erwerb eines computers immer bestandteil der produktionskosten. das ist in der wirtschaft so (zb. erwerb einer leistungsfähigeren maschine, sofern rechenintensive opperationen [stichwort "rendering"] erforderlich sind, um einen job zu machen), also wird das auch in der netz-kunst so sein.
grundsätzlich stellt sich die frage, was und wofür produktionsgelder zur verfügung gestellt werden. denn wer glaubt, er bekomme im feld der netzkunst ein "werk", so wie er es von der tarditionellen kunst (zb. ein bild, ein buch oder eine skulptur) gewohnt ist, ist auf dem holzweg.
das projekt trashpavilion ist vor allem ein aufschreibprojekt. und da das aufgeschriebene und aufgezeichnete im internet zur verfügung gestellt werden soll (wiki institute / youtube / flickr) benötige ich dazu einen rechner. ich würde auch eine alte schreibmaschine vom flohmarkt nutzen wollen. das führt aber nicht sehr weit.
jetzt soll aber nicht nur aufgezeichnet werden, sondern auch bearbeitet und ausgetauscht. und zuletzt stehen online-performances an. wie bitte schön ohne rechner? mit dose-schnurr-telefon?
ich denke, die verantwortlichen sollten nochmals in sich gehen und sich im klaren darüber werden, was sie da initieiert haben und um welche kunst es geht.
s.a.: RanD070203