zwölf jahre waren vergangen, seit ich zuletzt in bierstadt gewesen war. das verbot meiner rede war ein gutes zeichen; irgendetwas beunruhigte. fürchtete man vielleicht, die schüler könnten tatsächlich die schule in brand stecken?
die schule sah noch genauso aus wie an dem tag, als ich sie verlassen hatte. sie lag auf einem hügel. ein ort, an dem die reichen der stadt ihre kinder zur gesellschaftliche elite heranzüchten lassen.
ein riesiges spruchband hing aus einem der klassenzimmer: "büttner go home".
die schüler strömten aus dem gebäude heraus. sie baten mich schleunigst zu verschwinden.
die schule hatte sich in der tat verändert! sie trug alle zeichen der neoliberalen revolution, die in diesem land seit jahren wüted.
der vorsitzende der schülervertretung war ein start-up-unternehmer, der sich weigerte, die sv als opposition zur lehrerschaft zu sehen. auf seinem hemd prangten die worte: erfolgreiche ich ag.
an dem tag, als ich meine ehemalige schule besuchte, organisierte die schülerschaft eine kundgebung unter dem motto "teenager für anständigkeit". mein spontaner gegenaufruf zu "teenager für unanständigkeit" wurde nicht befolgt. im gegenteil, es brachte mir mehr ärger ein als mir lieb sein konnte.
aufgebrachte schüler und lehrer bewarfen mich nicht nur mit unflätigen worten. meine homepage wurde von anständigkeitsjüngern belagert. vor meinem haus hielten andere mahnwachen ab. leute, die sich zu mir bekannten, wurden verfolgt und zur aufgabe gezwungen. diskussionen wurden mit erkenntnissen wie "wir sind doch nur elftklässler, wir wissen noch nicht so viel wie du" scheinheilig beendet. jeder ansatz einer kommunikation torpediert.