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FunktionUndIdeeDerAusstellung

vorbemerkung

im rahmen des SeminarMz kam das thema auf ausstellung. nun ist es so, dass nach wie vor bei studierenden und jungen künstlern das thema ausstellung an erster stelle steht. dabei ist zu beobachten, dass zumeist nicht hinterfragt wird, für was eine ausstellung gut sein kann/soll.

am 12.01.2005 wird SaschaBuettner einen kurzen vortrag über die FunktionUndIdeeDerAusstellung geben.

dieser topic hält das hand-out sowei weiterführende links sowie ergänzendes textmaterial bereit.

struktur des vortrags

einführend: unterscheidung in 2 typen von künstlern

  1. kunstmarktorientierte künstler
  2. nicht kunstmarktorientierte künstler

und unterscheidung in 2 typen von ausstellung

  1. institutionalisierte ausstellung
    1. galerie (verkaufsraum)
      • gemeint sind nur galerien, die an den bekannten, kunstmarktrelevanten messen teilnehmen.
    2. festival (kontaktbörse)
      • festivals lassen sich schwer kategorisieren. die grenze zwischen wichtig und unwichtig ist hier fliessend. in diese kategorie kann man auch die meisten kunstvereine einsortieren.
    3. museum (wertsteigerung/archiv)
      • nicht gemeint sind heimatmuseen und andere selfmade-museen.
  2. nicht institutionalisierte ausstellung
    1. off-spaces
    2. projektraum
    3. kneipe / café
feststellung: künstlertyp 1 orientiert sich zu ausstellungstyp 1, künstlertyp 2 zu ausstellungstyp 2.

die institutionalisierte ausstellung

anmerkung: die qualität der institutionalisierten ausstellung hängt sehr von den machern und deren budget ab. obige punkte beschreiben den idealfall.

wert/nutzen der institutionalisierten ausstellung (für den küsntler)

die nicht institutionalisierte ausstellung

zu unterscheiden ist:
  1. künstler organisiert nicht institutionalisierte ausstellung
  2. künstler nimmt an nicht institutionalisierter ausstellung teil
zu 1.: zu 2.:

funktion der ausstellung

egal um welchen typ ausstellung es sich handelt, immer sollen arbeiten/werke von künstlern gezeigt werden. in allen fällen gehen die macher der ausstellung und die ausstellenden künstler ein zweckbündniss ein. für das publikum ist diese zweckbündniss unerheblich. es will amüsiert werden. in unserer betrachtung lassen wir es ganz einfach aussen vor.

kritik der ausstellung

institutionalisierte ausstellung
die ökonomischen aspekte:
mögliche verkäufe und damit verbundene einnahmen sind anfangs spärlich. zumeist verlangt der galerist mehr als die hälfte der verkaufssumme. erst im verlauf von jahren kann sich eine feste einnahmengrösse einpendeln. das ist aber ungewiss und jederzeit können einnahmen wegbrechen. die zeitlichen aufwände:
dem künstler ist es möglich sich verstärkt um das eigentliche zu kümmern: dem erstellen von arbeiten/werken. auch für das eigene vermarkten (suchen nach galeristen/sammlern) sowie mögliche teilnahme an festivals oder nicht institutionalisierten ausstellungen bleibt mehr zeit.

nicht instituionalisierte ausstellung
bei nicht institutionalisierten ausstellungen ist zu unterscheiden, ob der künstler nur an solch einer teilnimmt oder ob er solch eine selbst organisiert. im folgenden wollen wir nur zweiteres betrachten:

die selbstorganisierte nicht instituionalisierte ausstellung

beweggründe: bei allem respekt vor solchem elan: wann hat sich eigentlich jemand gefragt, warum er eine ausstellung organisiert und was er damit erreichen will? fragen, die gestellt werden sollten: jede ausstellung ist eine einfache kosten-nutzen-rechnung. nicht beachtet werden idealisten, die in ihrer freizeit hobby-ausstellungen organisieren.
betrachten wir wichtige ziele, die einer selbstorganisierten nicht institutionalisierten ausstellung sinn verleihen:
  1. aufmerksamkeit
  2. professionalisierung
  3. verschiebung von grenzen / experiment
zu 1.:
die aufmerksamkeit von freunden und bekannten sollte immer sicher sein. diese können ins atelier kommen. für diese zielgruppe lohnt sich der aufwand einer selbstorganisierten ausstellung nicht. hin und wieder eine atelierparty ist ausreichend.
folgende zielgruppe sollte erreicht werden: nur in den seltensten fällen erreicht man mit selbstorganisierten ausstellungen diese zielgruppen.

zu 2.:
wenn man den aufwand und den umfang der selbstorganisierten ausstellung in grenzen hält, so dass auf die wichtigen aspekte einer professionalisierung ausreichend eingegangen werden kann, dann macht eine solche arbeit durchaus sinn. wichtige faktoren zur professionalisierung sind:

zu 3.:
experimente sind fast nur in selbstorganisierten ausstellungen/aktionen möglich. wenn diese experimente fachlich/inhaltlich fundiert sind (obacht: zu oft sind experimente in selbstorganisierten ausstellungen flache/hirnlose gags!), sollten sie unbedingt durchgeführt werden.

der selbstorganisierte nicht instituionalisierte ausstellungsraum

aus angst als eintagsfliege gebrandmarkt zu werden neigen viele künstler, die sich im bereich der nicht instituionalisierten ausstellungskunst bewegen, dazu, einen raum (projektraum) zu machen. dies kann man getrost als selbstmordaktion betrachten, da diese räume zu 99% dazu führen, dass der künstler an ihnen, mit ihnen und in ihnen scheitert. nur wenigen ist das glück vergönnt, durch den betrieb eines solchen raumes einen fuss auf den kunstmarkt zu bekommen. viele vergessen, dass sie, wenn sie solche räume aufmachen, als konkurrent zum galeristen auftreten. sie missachten willentlich (oft eher aus unwissen) den kunstmarktgepflogenheiten, die da sagen: der galerist macht die geschäfte, der künstler die kunst. wenn dann in solch einem projektraum/off-space auch nur marktübliche handelsware (malerei/fotografie/skulptur/video) präsentiert wird, ist wirklich unklar, warum ausgerechnet dieser raum existieren soll.

nimmt man das stärkste motiv, dass zu solchen räumen führt, nämlich nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen, dann sollte man sich dringend fragen, ob es nicht sinnvolleres gibt!

exkurs: aquise

ausstellungen, vor allem die selbstorganisierten im feld der nicht institutionalisierten ausstellungen, dienen dem zweck, auf sich aufmerksam zu machen. sie sind folglich eine beliebte form der aquise. der künstler präsentiert seine arbeiten/werk und hofft, dass galeristen und sammler dieses zu schätzen wissen. nun erreicht man diese zielgruppe selten. und wenn, dann ist diese zielgruppe oft nicht bereit, sich durch diese form aquirieren zu lassen.

das problem: keiner mag sofort etwas angedreht bekommen (angst davor über den tisch gezogen zu werden ). jedoch: ist die ausstellung vorbei, sind die galeristen und sammler weg und die möglichen kontakte lassen sich nicht vertiefen.

weitere probleme:

d.h.: mit der ausstellung setzt der künstler alles auf eine karte. misslingt das unterfangen, wird die nächste karte produziert. und die nächste. und die nächste.
selten wird daran gedacht, eine wohltemperierte aquise-strategie aufzubauen. wohltemperiert heiszt zb.: anruf-mail-anruf.

merksatz: der persönlche kontakt zu galeristen/sammlern/kuratoren ist da öl im getriebe.

alternativen zur nicht institutionalisierten ausstellung

fast jeder künstler beginnt als selbstvermarkter (denn nur die wenigsten werden direkt von der hochschule weg gekauft/entdeckt). um wahrgenommen zu werden, muss der künstler zwangsläufig auf sich aufmerksam machen. dies geschieht am besten durch:

off-spaces machen ausserhalb der kunstmetropolen wenig sinn. in wiesbaden eine off-galerie zu machen, nur weil das in new york immer mal wieder gemacht wird, ist absurd. dies gilt ebenso für selbstorganisierte ausstellungen. was jedoch sinn macht ist eine lobby , also ein raum der einfach dazu dient kontakte zu machen, sich auszutauschen, unverbindlich, unaufdringlich. so eine lobby sollte gross genug sein, um zu vorträgen oder kleineren präsentationen einladen zu können. gleichzeitig ist eine gewisse form von gemütlichkeit förderlich für kommunikation und gespräch. eine bar/küche rundet die einrichtung ab. in so einer lobby sind ausstellungen im tradierten wie auch im transformierten sinn ein absolutes no-no !!!
eine lobby sollte möglichst von mehreren künstlern betrieben werden, denn je mehr zusammenarbeiten, desto grosszügigere öffnungszeiten lassen sich verwirklichen. fehlt das geld für einen eigenen raum ,sollte ein passender raum ausgesucht werden. dies kann ein café oder eine kneipe sein. nie aber ein hinterzimmer!

die selbstorganisierte lobby

das betreiber-kollektiv bzw. die gruppe arbeitet an:

die lobby macht also nichts anderes als eine intensive aquise. als nebenprodukt erhöht sich die lokale/städtische präsenz.

was in der lobby nicht läuft: jedoch dürfen alle drei vorgänge in der lobby eingefädelt werden (denn das ist ihr sinn!).

dateianhänge

Trashpavilion.TopicClassification
SMZ

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17.01.2006 · SaschaBuettner · r5