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GespraechUeberWiesbaden050306

Zeit/Ort

06. März 2005, 11-13 Uhr
60/40 - Schlachthof Wiesbaden → Anfahrt

Themenvorschläge

Ablauf

11:39

ich sitze nicht alleine hier im 60/40, denn gäste hats schon. aber, die gespraechsteilnehmer machen sich schon ein wenig rar. ich überlege, ob ich meinen tischnachbarn ein gespräch aufzwingen sollte.

11:47

immer mehr strömen in die kneipe. auch probanten für das gespraech. hannah erzählt von den seeungeheuern. eine kleinfamilie tracktiert den kicker. natürlich speilen vater + sohn gegen die mutter. sie wird verlieren. weil mütter immer verlieren. hannah starrt der frau am nachbarstisch das frühstück vom teller. draussen scheint freundlich die sonne.

11:51

hannah malt in ihrem malbuch. ich werde also noch einen moment hier sitzen können. und denken: scheiss wiesbaden. oder so.

11:54

es ist verblüffend, daß der geruch im 60/40 exakt der gleiche wie im rest des schlachthofgebäudes ist. ein undefinierbarer geruch von siff und tod. dabei ist das 60/40 komplett neu/saniert. hier müsste es eigentlich nach ausdünstungen frischer hölzer und möbel riechen.

die kleinfamilie hat den ersten seitenwechsel vorgenommen. die mutter spielt immer noch alleine gegen vater + sohn. und verliert.

11:58

eben wird mir erst bewusst, daß daniel tatsächlich den hotspot bzw. den router am schlachthof dazu gebracht hat, 24/7 am netz zu sein. ich bin online und kann meinen senf hier in den topic schmeissen. toll.

hannah malt immer noch. ich überlege, ob ich noch einen kaffee bestellen soll. aber der letzte hat irgendwie nach schlachthof gerochen. ganz kurz. eventuell auch nur eingebildet.

12:01

wann ist der zeitpunkt gekommen da man anehmen kann, daß keiner mehr kommt? im februar, so berichtete olli mir, sei er kurz nach 13:00 ins 60/40 gekommen und habe nach mir gefragt. bzw. nach sprechen-über-wiesbaden. da die tresencrew aber von nichts wusste, weil sie nicht weiss, warum ich hier sitze (und der daniel, der im februar neben mir weilte), konnten sie ihm letzlich keine antwort auf seine frage geben.

das beantwortet aber nicht die gestellte frage: wann ist der zeitpunkt gekommen, da man annehmen kann, daß keiner mehr kommt? ich sollte diese frage für das nächste gespräch als zentrales thema vorgeben. irgendwie ist das ja auch symptomatisch für wiesbaden.

12:08

eigentlich wollte ich nie das stadium des selbstgesprächs erreichen. hannah ist mit ihrem bild fertig und nimmt sich das nächste vor. sie malt salamander aus. aber eigentlich mandalas. sie sagt nur immer salamander. die hat sie von einer freundin geschenkt bekommen. ich finde das ja esoterischen kinderterror, dieser mandala quatsch. ich befürchte, in 10 oder zwanzig jahren laufen diese mandala-terrorisierten kinder als zombies durch die strassen und töten wahllos kleine hund eund katzen. bestialisch. natürlich.

12:13

macht es sinn die osdgv-maillingliste wieder an den start zu bringen? ich wollte die ja heute gerne mit daniel starten. wir werden sie auf dem schlachthof-server ansiedeln.

daniel hat mir die nacht um halb drei gemailt. nicht, daß er nicht kommen wird. aber indirekt doch, weil wer um halb drei noch mailt, der schläft um 12:00 noch. anzunehmen.

12:16

jungs tragen grosse augen. mädchen kleine.

12:17

wie immer sitze ich alleine in wiesbaden und rede eine stunde lang. oder so ähnlich. wie der herr beck. in der vorstadt. von wiesbaden. gemeint ist natürlich frankfurt. da sitzt der herr beck ab und zu in einem radio studio und redet. eine stunde. oder auch nicht. aber immer eine stunde. lang.

12:24

die getränke sind getrunken. die kekse gegessen. nun noch zahlen. und tschüss.

Visuelle Anmutung des Gespraechs

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Ein Beitrag per eMail

"institut zur kompensation aktionistischer vorgehensweisen"

in solch einem Institut sollte ich mich eigentlich aufgehoben fühlen; ich habe mich durch viele Seiten durchgekfickt und hatte auch privatissime Spaß dabei. "Wiesbadener Kunstsommer" finde ich auch wichtig- mein Kommern nicht.

Gut finde ich Dein Engagement.

Beim Versuch des Dankeschöns mit meiner Tageszeichnung merkte ich, dass Du sie wahrscheinlich nicht einmal so spannend findest wie ich Deine wiki-Seiten. Auch Beuys würde wohl wieder die Nase rümpfen, aber der Gedanke, der mir das meiste ausmacht ist die wahrscheinliche Kritik Deiner Tochter an solch einer Zeichnung.

Da sitze ich nun und heule auf meinem Computer in das institut zur kompensation aktionistischer Worgehensweisen

grüße Dich aber auch
Hans-Jürgen

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10.03.2005 · SaschaBuettner · r5