-- AntjeUndKurd - 12 Dec 2004
3_MUTUALITAET ANSINNEN
__(Kurd:) Wir zeichneten verflochtene Zeichnungsketten auf altem Endlospapier. Im Zitieren und Variieren von Mousemen der vorangegangenen oder auch irgendeiner vorangegangenen Zeichnung vernetzten wir einander. Es pendelte sich ein Tempoallegro ein, das viel Spontaneitaet und Vergnuegen erzeugte. In der anschliessenden Situation waren wir ploetzlich unsicher, ob das Begucken und Bereden eigentlich ins Plenum gehoere. Wir beredeten dann aber der Reihenfolge nach unter uns (Retrospettiva) - u.U. koennten wir bei einem naechsten Mal in der Retrospettiva versuchen, direkt von willkuerlich oder unwillkuerlich auffaelligen Vernetzungsstellen (schoenen oder komischen etc.) auszugehen.
Demonstrativ galt Zeichnung nicht Wortsprache, die Vernetzungen entstanden frei und phantasievoll, wenn auch selten persoenlich bezogen, was bei manchen Konversationsformen der Fall ist.
__(Kurd:) In einem spaeteren Gespraech ueber Mutualitaet ansinnen sagte ich, dass ich Mutualitaet in der Kunst realisiere und sie nicht als Anspruch fuer alle Lebensbereiche meine - und auch nicht als Anspruch fuer alle Kunst.
Die utopische Konnotation des Wortes Mutualitaet, die meine ich aber trotzdem.
__(Antje): Mutualität in der Kunst braucht ein behutsames Umfeld. Die Erfahrung, auch auf dem Symposion, zeigt, dass wir verletzlich und unsicher werden, sobald wir unser bewährtes Fahrwasser verlassen, um dann schnell wieder auf bekanntere Formen (diskursiver Stil, aggressiver Stil, besserwisserischer Stil o.a.) zurueckzugreifen.