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InterviewDerReisendeHildesheim

!Stand: (04 Jan 2004)


Hier meine Antworten (Sascha): fügt Eure doch dazu und markiert sie entsprechend!
Ich fände es für das Interview auch gut, wenn statt Sascha oder Jens oder Bernhard immer "DER REISENDE" antwortet. Die Namentliche Differenzierung ausbleibt, um so den Wettbewerb "wer kann sich am besten ausdrücken" erst gar nicht anzufachen. Nur für Uns, hier im Wiki, würde ich die Namen auflisten, weil wir hier ja unter uns sind.
Sollten wir uns für den Vorschlag entscheiden, dann wäre es wichtig, daß Jens das kommuniziert. Wir bekommen ja ne Korrekturfahne, da können wir notfalls die namen ausstreichen.

Interview „Wo ist die Kunst. Zur Geographie von Schnittstellen“ für den Jahreskatalog 2004 des Kunstvereins Hildesheim

1. Streng nach dem Jahresmotto des Kunstvereins: Wo ist die Kunst?

Ist das www ein möglicher Ort der Kunst?

Sascha:
Grundsätzlich befindet sich die Kunst nur an den Orten die qua Definition Kunst zeigen, ausstellen oder lagern. Das sind traditionell die Museen, Kunstvereine, Künstlerateliers und Ausstellungshallen. Es gibt aber auch eine andere, vielleicht radikalere Sicht, die da sagt, dass der Künstler definiert, was Kunst ist und wo sie ist. Ob das „WWW“ ein Ort der Kunst ist? In gewisser Hinsicht ja. Folgt man nämlich dem Wunsch von Künstlern und Kuratoren, den Betrachter in die Arbeit einzubeziehen, also dem Betrachter vorzugeben, wie er/sie ein Kunstwerk zu betrachten und zu bewerten hat bzw. wie er/sie mit dem Werk umzugehen hat, dann ist das „WWW“ der idealtypische Ort der Kunst.
Zusammenfassung Frage 1, Version 1.0
Wir denken, daß das www als Medium Kunstproduktion in idealer Weise unterstützen, vielleicht auch fördern kann. Unser Projekt ist ohne das www nicht denkbar. Eine wichtige Funktion des www (also der entsprechenden Protokolle, um es etwas genauer zu fassen) ist die Kommunikation. Der Austausch von Ideen und Gedanken, das Tauschen von digitalen Daten, Bildern, Filmen oder Tönen, eröffnet künstlerische Perspektiven, die so nicht neu sind (denken wir hier an die Mailart-Bewegung), aber ob ihrer Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit neue Horizonte öffnen kann. Gerade die künstlerische Richtung, die unter div. Labels wie "net.art", "Netzkunst" etc. firmieren, hat Möglichkeiten aufgezeigt, wie, um auf Ihre Frage zurück zu kommen, das www ein Ort der Kunst werden könnte.
Die Schwierigkeit bei der Beantwortung der Frage liegt nicht nur bei dem Problem, ob das www ein "Ort" ist, sondern auch und vor allem darin, daß mit dem www eine Kunstrichtung neuen Auftrieb erhält, die aus dem Kunstdiskurs in der Regel gänzlich herausfällt: Konversationskunst und Kunst ohne Werk.

ehrlich gesagt gefällt mir die antwort nicht besonders. ist mir zu unklar. ich weiß nicht (wie vielleicht einige andere auch), was die mailart-bewegung ist, noch kenne ich ein label "net.art" (wo ist der unterschied zwischen netzkunst und net.art? bedeutet das gleiche). auch was "kunst ohne werk" ist, weiß ich nicht.

nur, ich persönlich würde mir als leser wünschen, dass wenn ein künstler, den ich nicht kenne, zu seiner arbeit interviewt wird, er nicht zu sehr mit begriffen um sich wirft, die er nicht erklärt. zumindest bei begriffen, von denen er nicht ausgehen kann, dass der leser sie kennt. ein halber satz erklärung, und ich bin zufrieden. für dich ist dieses wissen sicher selbstverständlich, aber der katalog richtet sich ja nicht (nur) an netzkunst-kenner.

mein vorschlag übrigens (falls du ihn übersehen hast ;-) folgt gleich hier:

ich würde es einfacher halten.
Version 1.1.
ist das www ein möglicher ort für kunst? versteht man die frage als "ist das medium internet ein ort, an dem kreative arbeit entsteht", so muss man sagen, ja. es bietet einfache , schnelle und ortsunabhängige möglichkeiten der kommunikation. 1. um sich mit anderen auszutauschen. 2. um kunst(projekte) zu präsentieren.
speziell unser projekt ist ohne www nicht denkbar. die vernetzung, der strom der daten von (fast) jedem ort zu jedem anderen ermöglicht es uns erst, unsere webfotografien zu erstellen, da fotografierter und fotografierender nicht mehr am gleichen ort sein müssen.
Version1.2
Für uns bietet das Medium "www" einfache, schnelle und theoretisch ortsunabhängige Möglichkeiten der Kommunikation:
  1. um sich mit anderen auszutauschen
  2. um Kunst(projekte) zu präsentieren
Speziell unser Projekt ist ohne das "www" nicht denkbar. Die Vernetzung, der Strom der Daten von (fast) jedem Ort zu jedem anderen ermöglicht es uns erst, unsere Webfotografien zu erstellen.
Ein "Ort" im übertragenen Sinne ist das "www" durch die Netzkunst geworden.

2. Was macht Kunst aus?

Gibt es eine klare Grenze, wo Kunst anfängt? Ist so eine Grenze sinnvoll?

Sascha:
Sicherlich gibt es Grenzen. Kunst befindet sich ja innerhalb von Gesellschaft, ist ein gesellschaftliches „Produkt“ und unterliegt folglich immer gesellschaftlichen Zwängen. Deswegen gibt es ja auch die Tradition des „Tabubruchs“ oder die des „Skandal“, welche Versuche sind, Grenzen zu durchbrechen oder zu verschieben.

Jens:
Gibt es eine klare Grenze? nein. nicht für mich. eine solche grenze hängt zuerst einmal von einer defintion des kunstbegriffes ab. und kunst ist nicht klar definiert, sie wird von jedem anders wahrgenommen. "was ist kunst und was nicht?" ist daher vor allem eine persönliche frage, die von jedem anders beantwortet wird. wenn man einmal von rein technischen aspekten absieht. hier läßt sich sicher eindeutiger festlegen, ob beispielsweise ein dia richtig belichtet ist oder eine pinselführung präzise.
Ist so eine Grenze sinnvoll? da für mich eine solch festgelegte grenze nicht existiert: nein.
Zusammenfassung Frage 2, Version 1.0
Uns sei hier ein Zitat erlaubt:
Ein Stück Brot
Ein Museum, eine Galerie bedeuten nichts, solange sie leer sind, ja, sie können jederzeit in eine Sporthalle oder in eine Bäckerei umgewandelt werden, ohne daß sich deshalb das, was dort stattfindet oder verkauft wird, in ein Kunstwerk verwandelt; denn zwangsläufig ändert sich auch der soziale Status. Ein Kunstwerk in eine Bäckerei zu bringen/dort auszustellen, verändert die Funktion dieser Bäckerei nicht im geringsten, ebensowenig, wie dabei das Kunstwerk in ein Stück Brot verwandelt wird.
Ein Stück Brot in ein Museum zu bringen/dort auszustellen, verändert die Funktion des betreffenden Museums nicht im geringsten, aber dieses verwandelt das Stück Brot in ein Kunstwerk, zumindest während der Dauer seiner Ausstellung.
Stellen wir nun ein Stück Brot in einer Bäckerei aus, so ist es äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich, es von anderen Stücken Brot zu unterscheiden.
Stellen wir nun ein Kunstwerk - egal, welches - in einem Museum aus, kann man es dann wirklich von anderen Kunstwerken unterscheiden?
[Daniel Buren, Notizen über die Arbeit, in: daniel Buren, Achtung!, Texte 1967-1991, Verlag der Kunst, Basel 1995]

Sicherlich gibt es Grenzen. Kunst befindet sich ja innerhalb von Gesellschaft, ist ein gesellschaftliches „Produkt“ und unterliegt folglich immer gesellschaftlichen Zwängen. Deswegen gibt es ja auch die Tradition des „Tabubruchs“ oder die des „Skandal“, welche Versuche sind, Grenzen zu durchbrechen oder zu verschieben (S.a. "Kunst als Skandal" von Christine Resch).
Es gilt bei Ihrer Frage jedoch noch den Betrachter (also auch uns selbst) zu berücksichtigen: Der Betrachter ist immer autonom und macht mit der Kunst was er will. Anders: Erst im Auge des Betrachters wird ein Werk zur Kunst.

Ist das „Prädikat Kunst“ wichtig?

Sascha:
Es ist Segen und Unheil zugleich! Letztlich ist das Prädikat „Kunst“ nur im Kunstkontext wichtig. Und eventuell für den Marktwert. Ich könnte mir Vorstellen, dass eine Webcamfotografie, die auf dem Kunstmarkt gehandelt wird, deutlich mehr Wert ist, als eine Webcamfotografie, die von „getty image“ auf dem Bildermarkt angeboten wird. Allerdings zielt zweitere Vermarktungsstrategie auf Masse, also auf viele Verkäufe.

Zusammenfassung Frage 2a, Version 1.0
Formulieren wir es so: Um unsere Bilder auszustellen ist dieses "Prädikat" sehr sinnvoll. Ob es sich überhaupt um ein "Prädikat" handelt und das dieser Terminus doch stark in eine wirtschaftliche Betrachtung von Kunst (denken Sie nur an Prädikatweine, die sind mehr Wert und werden teurer gehandelt als Tafelweine) tendiert, halten wir für stark diskussionsswürdig.

ok. aber wirtschaftliche betrachtungen spielen nun mal eine rolle. wenn man den "beruf" des künstlers ergreift und nicht zufällig geld hat wie heu, muss man eben auch daran denken, wovon man was zu fressen bezahlt.
will damit sagen, du äußerst dich meiner meinung nach ein wenig zu abfällig über die tatsache, dass "Kunst" und "wirtschaftliche Betrachtung von Kunst" eng beisammen liegen. ich will mit meiner arbeit (auch) geld verdienen. sonst wärs ja hobbykunst =)

Zusammenfassung Frage 2a, Version 1.1.
Das Prädikat Kunst ist insofern wichtig, als dass es uns ermöglicht, gesteckten Zielen näher zu kommen. Wir wollen die Arbeit veröffentlichen und ausstellen. Im Idealfall Sponsoren finden, um den Reisenden noch auf andere Kontinente führen zu können. Ist eine arbeit als Kunst "anerkannt", ist es bedeutend leichter.
Zudem spielt der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle. Herr Gursky dürfte sich über die allgemeine Anerkennung seiner Arbeit als Kunst freuen.

Zusammenfassung Frage 2a, Version 1.2
Das Prädikat Kunst ist insofern wichtig, als dass es uns ermöglicht, gesteckten Zielen näher zu kommen. Wir wollen die Arbeit veröffentlichen und ausstellen. Im Idealfall Sponsoren finden, um den Reisenden noch auf andere Kontinente führen zu können. Zudem spielt der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle.

Was macht die Kunst an Eurer Arbeit aus? Was macht sie zur Kunst?

Sascha:
Fragen Sie dass doch einen Kunsttheoretiker. Oder einen Kunsthistoriker. Ich persönlich lege nicht allzu viel Wert darauf, dass unser Projekt Kunst ist. Versucht man Elemente der künstlerischen Fotografie in unserem Projekt zu finden, wird man an mehreren Stellen fündig: das Moment der Serie, das Moment der Performance (jeder Aufnahme ist Ergebnis einer Performance), das Moment des Medientransfer (die Webcambilder werden Grossformatig Ausbelichtet) und das Moment der Verfremdung.
Zusammenfassung Frage 2b, Version 1.0
Interessant, daß sie uns, als Künstler, diese Frage stellen, wird sie bzw. gehört sie doch in der Regel an die Adresse der Kunsttheoretiker und Kunsthistoriker gerichtet.
ist es wirklich so abwegig, dass sie uns als schöpfer eines kunstprojektes fragt, wo wir denn da die künstlerische arbeit sehen? vielleicht reicht als antwort auch:

Unsere Arbeit enthält bzw. zitiert wesentliche Momente der künstlerischen Fotografie: Das Moment der Serie, das Moment der Performance (jeder Aufnahme ist Ergebnis einer Performance), das Moment des Medientransfer (die Webcambilder werden Grossformatig Ausbelichtet), das Moment der Verfremdung und ganz wichtig: das Moment der Komposition!
Zusammenfassung Frage 2b, Version 1.1
Unsere Arbeit enthält bzw. zitiert wesentliche Momente der künstlerischen Fotografie: Das Moment der Serie, das Moment der Performance (jeder Aufnahme ist Ergebnis einer Performance), das Moment des Medientransfer (die Webcambilder werden Grossformatig Ausbelichtet), das Moment der Verfremdung und ganz wichtig: das Moment der Komposition!

3. Konkret zum Projekt „Der Reisende“:

Könnt ihr den Begriff „Webfotografie“ kurz erklären?

Sascha:
Nun, es geht um Fotografie mit den Mitteln und Möglichkeiten des Webs. So nutzen wir bei dem Projekt „Der Reisende“ ausschliesslich „öffentlich“ zugängliche Webcams, also Webcams, die über eine Url verfügen. Natürlich loten wir so die Möglichkeiten und den Begriff von Fotografie aus, erfahren deren Grenzen und überschreiten die. Ganz im Sinne Ihrer Frage nach den Grenzen in der Kunst.
Zusammenfassung Frage 3a, Version 1.0
Es geht um Fotografie mit den Mitteln und Möglichkeiten des www. So nutzen wir bei dem Projekt „Der Reisende“ ausschliesslich „öffentlich“ Zugängliche Webcams (also Webcams die über eine Url ansteuerbar sind) und konservieren deren flüchtige Bilder. Wir nutzen so Webcams um eigenes Bildmaterial zu schaffen.
Natürlich loten wir so die Möglichkeiten und den Begriff von Fotografie aus, erfahren deren Grenzen und überschreiten diese. Ganz im Sinne Ihrer frage nach den Grenzen in der Kunst.

Wie nutzt ihr die Bedingungen des Mediums www für eure Zwecke?

Sascha:
Es sind mehr die Möglichkeiten des Mediums, die wir nutzen: weltweite Kommunikation, 24/7, also diese tolle Kürzel was heisst: 24 Stunden/7 tage die Woche. Wir können also, vorausgesetzt die Lichtverhältnisse vor Ort ermöglichen eine Aufnahme (denn wir arbeiten nur mit dem vorhandenen Licht), zu jeder beliebigen zeit unsere Aufnahmen machen.
Zusammenfassung Frage 3b, Version 1.0
wir nutzen die tatsasche, dass inzwischen in nahezu jedem winkel der welt webcams zu finden sind, deren bilder ins netz gestellt werden und die dann an nahezu jedem anderen ort der welt - solange nur eine internetanbindung existiert - zugänglich sind. die kameras werden vom reisenden aufgesucht. er platziert sich im bild, wird von der kamera erfasst, und tritt dann eine zweite, virtuelle reise durch das web an. bei eingabe der richtigen adresse erscheint er quasi zeitgleich auf jedem rechner der welt.

Die Fotografenperspektive der Webcam ersetzt einen realen Autor eurer Bilder. Eigentlich inszeniert ihr mehr, als dass ihr im herkömmlichen Sinne „schafft“. Wie ist euer Verhältnis zur Autorschaft?

Sascha:
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Sonst wäre es ja nicht die Fotografenperspektive. Die Frage nach der Autorschaft ist nur innerhalb der Gruppe relevant und da haben wir die Vereinbarung, dass wir alle drei zu gleichen Teilen über die Autorschaft verfügen.
Zusammenfassung Frage 3c, Version 1.0
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Die Frage nach der Autorschaft ist nur innerhalb der Gruppe relevant und da haben wir die Vereinbarung, dass wir alle drei zu gleichen Teilen über die Autorschaft verfügen.
Inszenierung und Performance sind sehr aufwendige Instrumentarien um ein Bild zu schaffen. Nehmen sie zb. Jeff Walls Fotografien. Das sind sehr aufwendig inszenierte Fotografien.
Bei uns besteht der Hauptaufwand, den reisenden zur richtigen Zeit zur richtigen Kamera zu bringen um das beste Ergebniss zu erzielen. Gerade bei weit entfernten Reisezielen wird der Aufwand sehr sehr hoch. ..und dann können wirs mal so langsam abschicken.
Zusammenfassung Frage 3c, Version 1.1
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Zudem gestalten wir das Bild Inhaltlich, indem wir den Reisenden im Bild platzieren. Das denken wir, sind Merkmale, die unsere Autorschaft begründen. Faktisch muss man sich den WebFotografischen Prozess als einen weitgehend automatisierten Prozess vorstellen, der es uns ermöglicht, Dinge wie "Blende/Zeit-Kombination", "Filmauswahl", "Objektivbrennweite" u.a. als vollkommen nebensächlich erschinen zu lassen.
Inszenierung und Performance sind sehr aufwendige Instrumentarien um ein Bild zu schaffen. Nehmen sie zb. Jeff Walls Fotografien. Das sind sehr aufwendig inszenierte Fotografien.
Bei uns besteht der Hauptaufwand, den Reisenden zur richtigen Zeit zur richtigen Kamera zu bringen um das beste Ergebniss zu erzielen. Gerade bei weit entfernten Reisezielen wird der Aufwand sehr sehr hoch.

Zusammenfassung Frage 3c, Version 1.2
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Zudem gestalten wir das Bild Inhaltlich, indem wir den Reisenden im Bild platzieren. Das denken wir, sind Merkmale, die unsere Autorschaft begründen.
Inszenierung und Performance sind sehr aufwendige Instrumentarien um ein Bild zu schaffen. Nehmen sie zb. Jeff Walls Fotografien. Das sind sehr aufwendig inszenierte Fotografien.
Bei uns besteht der Hauptaufwand, den Reisenden zur richtigen Zeit zur richtigen Kamera zu bringen um das beste Ergebniss zu erzielen. Gerade bei weit entfernten Reisezielen wird der Aufwand sehr sehr hoch.

Zusammenfassung Frage 3c, Version 1.3
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Zudem gestalten wir das Bild inhaltlich, indem wir den Reisenden im Bild platzieren. Das sind Merkmale, die unsere Autorenschaft begründen. Faktisch muss man sich die Erstellung einer Webfotografie als einen weitgehend automatisierten Prozess vorstellen, der es uns ermöglicht, Dinge wie "Zeit/Blenden-Kombination", "Filmauswahl", "Objektivbrennweite" u.ä. vollkommen nebensächlich werden zu lassen. Inszenierung und Performance sind sehr aufwendige Instrumentarien, um ein Bild zu schaffen. Nehmen sie z.b. Jeff Walls Fotografien. Sehr aufwendig inszeniert. Bei uns besteht der Hauptaufwand darin, den Reisenden zur richtigen Zeit zur richtigen Kamera zu bringen, um so das beste Ergebnis zu erzielen. Gerade bei weit entfernten Reisezielen ist der Aufwand sehr sehr hoch.


..fertig langsam denke ich.. gruss j

Zusammenfassung Frage 3c, Version 1.4
Die Fotografenperspektive ersetzt nicht den Autor, sie impliziert den Autor. Zudem gestalten wir das Bild Inhaltlich, indem wir den Reisenden im Bild platzieren. Das sind Merkmale, die unsere Autorschaft begründen.
Inszenierung und Performance sind sehr aufwendige Instrumentarien um ein Bild zu schaffen. Nehmen sie zb. Jeff Walls Fotografien. Das sind sehr aufwendig inszenierte Fotografien.
Bei uns besteht der Hauptaufwand, den Reisenden zur richtigen Zeit zur richtigen Kamera zu bringen um das beste Ergebniss zu erzielen. Gerade bei weit entfernten Reisezielen wird der Aufwand sehr sehr hoch.

Wie muss die „Übersetzung“ der Webcam-Bilder aussehen, damit sie Kunst werden? Ist das eine formale Frage, hängt es vom Präsentationsrahmen ab oder gibt es noch andere Kriterien?

Sascha:
Unsere Webcambilder sind, mal vereinfacht gesagt, Kunst, weil wir sagen, dass Sie Kunst sind. Jetzt beweisen Sie mal das Gegenteil. In dieser Diskussion werden wir dann herausfinden, warum unsere Bilder Kunst sind. Natürlich ist es mit den Webcam-Bildern wie mit allen (Ready Mades) vorgegebenen Dingen: Sie sind eigentlich nicht Kunst, es sei denn, wild gewordenen Künstler kommen daher und zerren das Ding in den Kunstkontext.
Zusammenfassung Frage 3d, Version 1.0
Wenn wir den ganzen Prozess betrachten, den ein Webcambild durchläuft, bis es in einer Ausstellung gezeigt wird, dann könnte die entscheidende Stelle der der Dekontextualisierung sein, also der Moment, in dem wir das Bild aus seinem Ursprungskontext herauslösen und ihn in unseren Kontext einfügen. Durch diese Dekontextualisierung wird das Webcambild zu einem Kunstwerk.
Jens:

a) was sagt/schreibt bernhard ?

b) bringst du das alles auf einen nenner, um es dann der interviewerin zu schicken?

c) was ich gelesen habe gefällt mir gut.... sorry, daß ich nicht mitgeschrieben habe

06.01.2004 · SaschaBuettner · r28