Videos von Freundinnen, Eine Veranstaltung im Kontor Koeln, von Stefan Roemer
am 27.02.2003 zeigte stefan römer im kontor (off-space in köln) im rahmen seiner ausstellung "begegnungen mit deutschen; portraits von freunden" videos von freundInnen.
Dazu Stefan Römer: "Die Idee für den Abend ist, dass FreundInnen und KollegInnen ihre neusten Filme zeigen, die man vielleicht noch nicht gesehen hat; anschließend und während dessen die Möglichkeit zum Austausch gegeben ist. Folgende Filme werden zu sehen sein: Maximilian Erbacher: Große Ausfahrt, 15 min. (Kurzversion), 2002 Hans-Peter Scharlach: Fulminating Shot, 6 min.; Old Country Church, 3 min.; La Paloma, 3:10 min. Corinna Schnitt: Schloss Solitude, 10 min., 2002 Rosemarie Trockel: Manus Spleen 1, 1:46 min., 2001, und: Manus Spleen 3, 7:52 min., 2002 Johannes Wohnseifer: Ausschnitte aus Videotagebuch 2002, ca. 15 min."videos. eigentlich kann ich videos nicht leiden, mag mich nicht dafür begeistern und halte alles schon für gesagt, geschrieben, gezeigt. entsprechend entgeistert war ich von dem, was geboten wurde.
mich lockte ja auch nicht das videoprogramm (und aus der einladung zum abend ging nicht wirklich hervor, daß die künstlerInnen höchst selbst persönlich anwesend sein werden), sondern die geste: videos (also arbeiten) von freundInnen zeigen, die man selbst (also in diesem falle stefan römer) noch nicht gesehen hatte. ich las aus dem "videos von freundInnen zeigen" eine gegenposition zu zb. "videonetzwerk" oder ähnlichem. also freundInnen vs. netzwerk.
freundInnen beschreibt mehr, klingt verbindlicher, persönlicher und intensiver als dieses neumodische, gehypte, "netzwerk".
nun, nach 2 stunden fahrt kam ich in köln an, begrüsste stefan und suchte mir einen platz. nach dem ersten film (s.a. obige aufstellung, an die sich stefan strikt hielt) wurde es wirklich interessant: nicht rosemarie (ich saß 2 reihen hinter ihr!) legte ihr video in den recorder ein, sondern ihre assistentin (ich nenne sie mal so, da mir ihr wirklicher name und auch das beziehungsgeflecht zwischen ihr und rosemarie nicht wirklich klar wurde). und im anschluss an die zwei filmchen kommentierte nicht rosemarie ihre arbeit sondern die assistentin. die anschliessenden arbeiten wurden wieder von den autoInnen höchstselbstpersönlich vorgeführt. es handelte sich also bei dem gespann rosemarie/assitentin um etwas besonderes: prominenz? professionalität? technische unfähigkeit?
ok, diese auffäligen verhaltensstrukturen wollte ich mal nur so nebenbei erwähnen, weil sie eben so auffälig waren. das videoprogramm selbst deckte alle sparten ab: von inszeniert bis dokumentarisch. und weil ich schon rosemarie erwähnt habe möchte ich hier deutlich sagen: auch wenn mich ihre beiden videos nicht wiklich begeistert haben, weil ich ja videos nicht leiden mag, so sehe ich in ihrem arbeitsansatz (filme mit ganz vielen zitaten und querverweisen, wie die assistentin erklärte, natürlich thematisch stringent) dann doch eine der raren möglichkeiten, die das format videokunst noch hat. alles andere gehört ins fernsehen (dokumentaransatz) oder nicht gezeigt (der ganze rest). vielleicht sollte man auch einfach den begriff videokunst neu überdenken.
um diese erkenntnis reicher, einem netten gespräch mit den betreibern des kontor und einem freundlichen wiedersehen mit stefan römer, fuhr ich gegen 23.00 wieder nach wiesbaden zurück.