Der wichtigste Konzeptkünstler Wiesbadens, SaschaBuettner (*1966), stellte zur WM 2002 ein Fussballteam aus Wiesbaden und eines aus Mainz auf, die mit mit jeweils zwei Bällen parallel gegeneinander spielten. Büttners mitunter bissige Kunst- und Gesellschaftskritik bezieht sich zumeist auf populäre Phänomene und verweist unterschwellig auf die wunden Stellen in den Systemen. Auch hier wird auf die Konflikte in Vergangenheit und Gegenwart der benachbarten Städte angespielt; die Schuld der Wiesbadener gegenüber den Mainzern wird kaum thematisiert. Wiesbaden sieht sich zumeist als Opfer in der Geschichte. Büttner thematisiert ganz konkret diesen Konflikt, dennoch bleibt er scheinbar oberflächlich nett und lustig im Bereich des Sports, wie bereits mit seinem Boxring (als Bühne) im R+V Art Tower 1995, der als Gründungs- und Austragungsort vielfältiger Aktivitäten seiner "Universität der sozialen Kompetenz" fungiert.
Büttner als politischer Konzeptkünstler ist eine Ausnahme in der Wiesbadener Kunstszene, was sicher nicht für die Unmengen von unpolitischen Kunstbeiträgen und deren Einfluss in allen Lebensbereichen gilt.
Jan Hansen, 2004