TemporaereKollaborativeSituationen
"kollaborativ" ist im sinne von "zusammenarbeiten" zu vesrstehen. von einer möglichen militärischen ("mit dem feind zusammenarbeiten") bedeutung ist zu diesem zeitpunkt nicht auszugehen. "situationen" deutet zum einen auf ein wiederkehrendes ereignis/situation hin. zum anderen lehnt sich der begriff an die ideen der situationisten an (spuren hinterlassen, sich in die archive einschreiben, deriveé...). temporär ist hier im sinne von: so lang wie nötig, so kurz wie möglich zu verstehen. Ausgangsüberlegung
den überlegungen lag zu grunde, wie es möglich ist, aktive für einen begrenzten (also die absolut notwendige) zeitraum im netz zusammen zu bringen, unter besonderer einbeziehung netzspezifischer möglichkeiten und bedingungen. eine genre- und fachübergreifende zusammenarbeit ist wesentlicher bestandteil, nicht aber bedingung. access
in der vorbereitung einer tks stellt sich jedesmal als besondere schwierigkeit die sog. "zugangsfrage": gerade in offenen situationen soll jeder/jede interessiertE die möglichkeit haben, teil der tks zu werden. in unseren überlegungen haben wir die annahme zu grunde gelegt, dass nicht jedeR über netzspezifische bzw. netztechnische kentnisse verfügt. davon ausgehend müssen die eingesetzten werkzeuge möglichst leicht und intuitiv verständlich sein. es gibt natürlich die möglichkeit einer geschlossenen tks, die sich nach dem entsprechenden wissenstand der teilnehmerInnen richten kann. diese besondere form einer tks haben wir in den weiteren überlegungen für dieses abstract ausgeblendet. dezentral/zentral
während ein serverhappening oder ein mailboxhappening schon vom namen her auf eine zentrale organisation hinweist, bietet das serverfestival die möglichkeit sowohl dezentral wie auch zentral organisiert zu sein. ein serverfestival kann weder das eine noch das andere sein. copyright/copyleft
die tks versteht sich selbst als einen "raum", in dem diese frage nicht gestellt werden kann, da die inhalte, die ausgetauscht werden, qua teilnahme eigentum der teilnehmenden ist. auch der partizipierende (soweit die tks "öfentlich" zugänglich ist) wird "eigentümer" der inhalte. eine tks versteht sich selbst als kollektiv. online/offline
das wichtige an tks ist, dass sie beides in der lage ist miteinzubeziehen. darin liegt ihre stärke. als grundlage dienen hier die thesen zu netzkunst, version 1.0 aktuelles beispiel
im juni 2002 wird zu dem thema "raum | netzwerke | space" ein serverfestival stattfinden. als office-plattform dient die adresse www.b0rderline.f2s.com das von uns initierte serverfestival bringt für einen bestimmte zeit künstlerInnen, aktivisten, hacker etc. zusammen, um zu dem vorgegeben thema sich auszutauschen, thesen zu entwickeln und aktionen zu starten. dabei gilt es zwei phasen zu unterscheiden. a) vorbereitungsphase. hier finden sich die aktivisten zusammen, definieren das thema, bestimmen die abläufe, etc. b) das eigentliche festival (in unserem falle auf 3 tage beschränkt). beides zusammen ergibt die tks, jede phase für sich ist jedoch auch als tks zu begreifen. Resumé
die "Verschleierung von Code, Technik und den Gedanken der Nutzer" halten wir nur dann für sinnvoll, wenn der austausch dieser gedanken, dieser codes, dieser technik eine gefährdung der handelnden bedeutet. bis dahin begreifen wir das "öffentliche handeln" als die stärkste waffe gegen die repression. wir sind natürlich nicht so blauäugig anzunehmen, dass es derzeit keine gefährdung gibt. eine einübung von verschleierungs- und schutzhandlungen kann nicht schaden. Sascha Buettner