"Reflektion 01" Anmerkungen zum "Traktat über das Reisen". Es ist die Stimmung, die sich im Zug, auf dem Rad, im Flugzeug oder beim Auto fahren einstellt und sich als Bewegung im Sinne eines Reisens von A nach B ausdrückt, die B. aus der gewohnten Umgebung reißt und ihn, bevor er am neuen Ort mit neuen Menschen, neuen Dingen und neuen Gesetzen ankommt, eine Zeitlang im Dazwischen schweben läßt. In dieser Leere werden auch gewisse Zonen in unserem Kopf wieder leer, was diesen erlaubt, Dinge aufzunehmen oder miteinander zu verknüpfen, die sonst nicht so rasch in Zusammenhang gebracht werden. Die Plots einiger seiner Werke sind B. auf den Highways von Los Angeles gekommen. Die magischen Orte der Kreativität sind stationär, die Parkbank oder Gefängnis- pritsche, das Irrenhaus oder das Hotelzimmer, das Kaffeehaus, das Atelier oder die eigenen vier Wände. Während der eine mit dem Rücken zum Fenster arbeitet, ist der Blick ins Freie für den anderen eine unerläßliche Inspirationsquelle. Der ambulante Kreativitätsort von B. ist der herkömmlichen Sicht der Dinge diametral entgegen- gesetzt. "On the road" zwischen Havanna, Kapstadt und Tokio und ausgerüstet mit nomadischen Objekten, wird B. die zunehmende Ortlosigkeit des Kunstmachens klar. In der virtuellen Welt spielt der tatsächliche Aufenthaltsort der Mitspieler überhaupt keine Rolle mehr. B. reist, er ist unterwegs zur Kunst. 2001