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NeoDadaistischerRetroFuturismus

 Neo-dadaistischer Retro-Futurismus

Vielmehr produzieren sie einen Identitätsschluß zwischen sich und allen anderen Militanten, ob die wollen oder nicht. Eine hegemoniale Figur: Wer immer einen organisierten Anschlag verübt - ob unter dem Titel Angry Brigade oder nicht - gehört immer schon zur Angry Brigade. Man braucht also nirgends beitreten, sich nirgends anschließen, keine Risiken konspirativer Kommunikation auf sich nehmen, weil man immer schon dabei war, sobald man das Klassensystem attakiert. Dieser Schritt ist genial - oder wäre es, würde er gelingen. Er arbeitet einerseits natürlich mit der Rhetorik des aus Hollywood-Rächerfilmen bekannten "Wir sind überall" und vor allem des "Wo immer du gehst, schau dich um, denn wir werden hinter dir sein". Eine imaginäre Selbst-Multiplizierung wie man sie auch aus militärischen Täuschungsmanövern kennt. Der Schritt gelingt aber einerseits nicht, weil er Klandestinität voraussetzt und es den beteiligten Gruppen verunmöglicht, aus dem Dunkel zu treten und eine offene Äquivalenzkette zu bilden.
Oliver Marchat, "Neo-dadaistischer Retro-Futurismus"

03.01.2004 · SaschaBuettner · r1