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MargiNalie20040903001

Ich klage an

Den Unternehmen geht es so schlecht, daß sie ihren Vorständen das Geld bis zum Kinn in den Allerwertesten schieben. Heute erfahren wir aus der FAZ (03.09.2004, S.17), daß die Vorstände der Dax-Unternehmen im Krisenjahr 2003 elf Prozent mehr verdient haben, als im Krisenjahr 2002. Der positive Trend der Wirtschaft setzt sich also antizyklisch zu den fallenden Einnahmen der durchschnittlichen Bürger fort. Die Zahlen stützen sich im übrigen auf die Erkenntnisse der Lobbyistenvereinigung "DSW, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz". Es gibt zudem von dort einige Rekorde zu vermelden. Über die Pensionen möchte ich hier gar nicht schreiben, aber erwähnenswert ist eine unglaubliche Zahl: "Den größten Gehaltssprung verzeichneten die Manager des Softwareherstellers SAP mit einem Zuwachs von 147 Prozent ", steht da. Kaum zu glauben, oder? Wie kann in einem einzigen Jahr die Verantwortung so steigen, daß sie mit 147 Prozent mehr Geld entschädigt werden muß? Im übrigen zahlt die Deutsche Bank beispielsweise Spitzensätze: Im Durchschnitt sind dies 3,7 Millionen Euro im Jahr. Und bedenkenswert ist auch, daß die DSW schätzen muß, da ein Drittel der Unternehmen keine Zahlen auf den Tisch legt.

Was ist das Fazit? Wer jetzt noch keinen Sozialneid entwickelt hat, ist gefühllos. Und wer jetzt noch behauptet, daß es hier gerecht zugehe, der lebt mentalmäßig voll auf dem Mars.

Ich fordere diesen obszönen Klüngel von nimmersatten Dagoberts auf, seinen Fettarsch in Bewegung zu setzen. In die Öffentlichkeit nämlich. Ich will Euch Geldverbrenner sehen, in die Augen möchte ich Euch schauen und so lange fragen, was ihr denn eigentlich leistet, um soviel zu verdienen, bis ihr freiwillig zwei Drittel minimum abgebt.

Desweiteren verurteile ich Euch Managerkastenmitglieder im Namen des Volkes zu jeweils drei Jahren Krisengebiet in Deutschland: Ab heute erkläre ich Euch für arbeitslos und verurteile Euch zudem zur Wohnhaft in Erfurt, unsanierte Platte (nach Maßgabe Hartz IV, wobei Auto, Haus, Alersvorsorge, allgemeines Vermögen oder sonstige Rücklagen wie Kunst-, Grund- oder Aktienbesitz gestrichen werden und der Stiftung Lesen zugute kommen sollen) versteht sich. Weitere erschwerende Auflagen: Wer von den Managern der deutschen Rechtschreibung mächtig ist, hat als Lehrer in Krisenschulen Unterricht zu geben. Wer murrt oder unfreundlich zu Kindern ist, wandert in den Knast.

Die Verurteilten (heute erst einmal die SAP-Riege (Stand 09.2004):

Henning Kagermann (Vorstandssprecher), Shai Agassi, Leo Apotheker, Werner Brandt, Claus E. Heinrich, Gerhard Oswald, Peter Zencke (auch Aufsichtsrat der SuSE AG, liebes Pinguinvolk)

-- MatthiasWeiss - 03 Sep 2004

03.09.2004 · MatthiasWeiss · r1