Lautmalerisch hart
Jetzt endlich wissen wir, was für unsere Regierung wichtig ist. Der Sprecher der
Bunderegierung hat es uns heute durch die FAZ mitgeteilt, der Ton macht die Musik. Unmißverständlich meint er: "Hartz klingt zu hart" und fordert im gleichen Atemzug die Umrüstung auf das puddinghafte "Reformen am Arbeitsmarkt". Ein rechter Lautmaler ist dieser Herr, dem es wirklich an nichts mangelt, außer an ein wenig weniger Härte. Hat er doch tagtäglich mit der persönlichen Härte seiner Bosse zutun: Der recht wenig maulfaule und selten im Falle unliebsamer Kritik einfühlsam tönende Herr Clement beispielsweise, das ist ein ganz Harter ("Ach hörn se doch auf Sieee..."). Na, wenn man solche Sprachkaliber um sich ertragen muß, versteht man natürlich auch das Leiden an der Härte, Herr Anda, welche Hartz IV ihrem sanften Ohr antut.
Ja, Herr Anda, Sie stimmen das richtige Lied zur rechten Zeit an. Und irgendwie ist mir als Betroffenem gleich wohler. So lullt man den Michel wieder in den Schlaf und kann dann auch noch darauf verweisen, aufklärerisch gewesen zu sein. Wird schon wieder vorbei sein, das Montagsgezeter. Und die Umbenennungsmaßnahme ist doch auch ganz praktisch, denn dann kann Herr Anda gleich beweisen, daß seine Regierung sehr reformfreudig auf dem Sprachgebiete ist. Also darauf erst einmal einen Dujardin im Garten hinterm Arbeitsamt, und 'ne Milde Sorte gleich dazu, denn das Leben ist schon hart genug. Danke Herr Anda, danke für die Unterstützung.
Jeden Tag also ein wenig mehr Aufklärung über die Rolle der Regierung im Zerstören der Nation durch das Promovieren und Herbeizwingen der so unschön harten Hartz-Maßnahmen. Aber warum dann nicht gleich "mehr Harz hier, statt Hartz IV" wie man's gestern auf der Leipziger Montagsdemo aus der einen oder anderen Ecke hören konnte?
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