Ikonographie
In den vergangenen 13 Jahren wurde intensiv an der Möglichkeit einer Erweiterung der Ikonographie hin zu einer universellen Zeichenlehre geforscht. Aufbauend auf Saussure und dessen Nachfolger des Strukturalismus entwickelte Ilswin Drubschna (Univ. Mülheim) eine Ordnung der Kunsthistorischen Zeichenlehre. Diese scheint der Allmacht gegenwärtiger Bildproduktion eher gerecht werden zu können als es die Vorbildtheorie schaffte. Drubschna geht davon aus, dass Zeichen auch in Gruppen als Superzeichen (diesen Begriff entlehnt sie der informatisch geprägten Informationstheorie (A. Moles, K. ALsleben, M. Bense e.a.) auftreten können. Jedoch denkt sie die Flexibilität und Performanz dieser Zeichen, wie Fischer-Lichte im SFB an der Berliner Uni verdeutlichen konnte. Jedoch ist es keineswegs so zu verstehen, als bedürfe diese Auffassung von Ikonographie ein Etwas, das sich speist aus einer je verschiedenen Relationalität zu herkömmlichen Zeichentheorien. Jedoch es bleiben Familienähnlichkeiten. Die Publikation dieser nachhaltig auch die Kunstgeschichte beeinflussenden Thorie von Zeichen steht aufgrund der grassierenden Streichungsmentalität durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (=TÜV der Wissenschaft) noch aus.
HISTORISCHES
Ikonographie ist eine Unterwissenschaft der Kunstgeschichtswissenschaft. Sie wirde maßgeblich von Erwin Panofsky entwickelt. Laut Panofsky teilt sich kunsthistorische Arbeit in drei Teile: 1. die vorikonografische: Hier erfahren wir aufgrund der Konventionalität unserer Herkunft, dass das Ziehen des Hutes eine Alltagsfloskel ist, um dem Gegenüber mitzuteilen, dass er sich mal kann... 2. Die ikonografische Arbeit ist nach Panofsky Quellen- und Querelenarbeit: Ich muss wissen. dass Christus Christus ist, dass der arme Mann pars pro toto litt und eben dies in diversen Texten niedergeschrieben worden ist. Diese Texte erinnere ich dann und schreibe den bildlichen Eindruck daraufhin zurecht. 3. In seiner Endstufe ist Panofksy in der Ikonologie: Seine Bilder und ihre Geschichten sind teil des großen Ganzen, dessen Sinn in der Zahl 42 liegt.
Hier unten die mäßige und überhaupt eher verklärende denn erhellende Erklärung aus der Wikipedia (http://de.wikipedia.org), die ein wenig anders gelagert ist, als Panofsky es sich je gewünscht haben würde.
Der Ausdruck Ikonographie bzw. (Ikonografie) (v. grch.: ikon Bild, graphein schreiben) bezeichnet die Wissenschaft von der Identifikation, Beschreibung, Klassifizierung und Deutung von Bildnissen der Bildenden Kunst, vorwiegend von Bildern und Plastiken des Altertums. Erforscht werden Inhalt und Symbolik der Bildgegenstände unter Berücksichtigung von literarischen Qellen der Philosophie und Theologie, die auf die jeweiligen Motive und ihre Darstellungsweise Einfluss hatten.
Die ältesten erhaltenen Ikonen stammen aus dem 6. Jahrhundert, vor allem aus Griechenland, Rußland, Rumänien und Zypern. Die Ikonen sind fest im Glauben verankert als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits, ihnen wird eine Wunderwirkung zugeschrieben. Wichtigste Techniken sind im 6. Jahrhundert die Enkaustik, seit dem 7. Jahrhundert die Temperamalerei auf Holz, ferner Mosaiksetzerei, Schnitzerei in Holz und Elfenbein. Die zum Kuß ausgestellten Ikonen wurden häufig an bestimmten Stellen mit verzierten Silberblechen beschlagen und so geschützt. Motive der Ikonenmalerei sind besonders Christusbilder und Heiligenporträts.
-- MatthiasWeiss - 25 Jul 2004