-
pm: ich wurde von titus grab eingeladen, dort arbeiten zu zeigen. daraufhin hab ich mir die tafeln angeschaut.
später entstand dann für 2005 die idee, für ein jahr ein thema zu haben (ortsgebunden) und die 12 flächen jeden monat einem anderen künstler zur verfügung zu stellen.-
sab: wie war die zusammenarbeit mit titus? hattest du "freie hand" oder gab es vorgaben?
-
pm: von mir kam das thema: "ortsgebunden". dass sich mit den zwölf tafelflächen monatlich ein anderer auseinandersetzt war teil dieser grundidee. das habe ich tg vorgestellt. soweit hatte ich freie hand. tg wollte dann auch selbst künstler einladen. außerdem war es ihm wichtig, dass die ausstellungen im herkömmlichen sinne (einladungen, ansprache, getränke, gästebuch) eröffnet wurden.
-
sab: das sind erfreulich wenige vorgaben. die vorgabe der "herkömmlichen" eröffnung diente zur sichtbarmachung des vorganges als kunst? sie war hier also eine abgrenzung zum alltag?
- pm: da die ausstellungseröffnungen nicht mein wunsch waren, solltest du fragen, die sich darauf beziehen titus grab persönlich stellen.
-
sab: das sind erfreulich wenige vorgaben. die vorgabe der "herkömmlichen" eröffnung diente zur sichtbarmachung des vorganges als kunst? sie war hier also eine abgrenzung zum alltag?
-
pm: von mir kam das thema: "ortsgebunden". dass sich mit den zwölf tafelflächen monatlich ein anderer auseinandersetzt war teil dieser grundidee. das habe ich tg vorgestellt. soweit hatte ich freie hand. tg wollte dann auch selbst künstler einladen. außerdem war es ihm wichtig, dass die ausstellungen im herkömmlichen sinne (einladungen, ansprache, getränke, gästebuch) eröffnet wurden.
-
sab: die westend-galerie ist eine ansammlung von 12 schilder/tafeln im sog. "öffentlichen raum". was bedeutet es für dich in diesem "raum" zu arbeiten?
-
pm: das ist der wunsch aus dem traditionellen raum der kunst (die kunstvermittlung ausstellungsraum) in den alltagsraum herauszutreten. die ausstellungsreihe in der westend-galerie war der versuch gegen das vorbeilaufen anzutreten. auch, wenn es in manchen monaten sogar zum stehenbleiben anregte, glaube ich mittlerweile, dass man im öffentlichen raum sehr laut arbeiten muß, damit man gegen die optische lärmbelästigung überhaupt bestehen kann.
-
sab: die vermeintlich notwendige lautstärke bezieht sich auf visuelle arbeiten, die es schwer haben? oder auf alle arbeiten/interventionen im sog. öffentlichen raum?
- pm: dass man im öffentlichen raum sehr laut arbeiten muß, um gegen die optische lärmbelästigung anzukommen, bezieht sich auf alle arbeiten / interventionen im öffentlichen raum.
-
sab: die vermeintlich notwendige lautstärke bezieht sich auf visuelle arbeiten, die es schwer haben? oder auf alle arbeiten/interventionen im sog. öffentlichen raum?
-
pm: das ist der wunsch aus dem traditionellen raum der kunst (die kunstvermittlung ausstellungsraum) in den alltagsraum herauszutreten. die ausstellungsreihe in der westend-galerie war der versuch gegen das vorbeilaufen anzutreten. auch, wenn es in manchen monaten sogar zum stehenbleiben anregte, glaube ich mittlerweile, dass man im öffentlichen raum sehr laut arbeiten muß, damit man gegen die optische lärmbelästigung überhaupt bestehen kann.
-
sab: wie war die zusammenarbeit mit titus? hattest du "freie hand" oder gab es vorgaben?
-
pm:eine kuratorische tätigkeit ist eine form der kunstvermittlung. insofern ist es mir sehr wichtig. und ich werde in zukunft bestimmt auch ausstellungen zusammenstellen, mit entsprechender vorbereitung, planung und raum.
-
sab: wie wichtig ist der ökonomische faktor, der in deiner obigen aufzählung nicht vorkommt?
-
pm: welcher ökonomische faktor? dass es sich für mich wirtschafltich auszahlt?
wäre mir vor allem das wichtig, würde ich mir für die beantwortung deiner fragen sicherlich auch keine zeit nehmen.
bezieht es sich aber auf meine zukünftigen ausstellungen, dann ist der ökonomische faktor selbstverständlich notwendig, da die zusammenführung und ausstellung von kunst an einem geeignetem ort zwangsläufig geld kostet.-
sab: wie allumfassend ist der ökonomische aspekt in deinem schaffen? ich meine, wie sehr durchdringt dieser deinen künstlerischen alltag/schaffensprozess?
- pm: ich habe meinen alltag so ökonomisiert, dass ich zeit finde mein kunststudium zu vollenden und darüber hinaus einen zeitlichen freiraum habe, um künstlerisch zu arbeiten.
-
sab: wie allumfassend ist der ökonomische aspekt in deinem schaffen? ich meine, wie sehr durchdringt dieser deinen künstlerischen alltag/schaffensprozess?
-
pm: welcher ökonomische faktor? dass es sich für mich wirtschafltich auszahlt?
-
sab: wie wichtig ist der ökonomische faktor, der in deiner obigen aufzählung nicht vorkommt?
Ein Ort wird gekennzeichnet durch ein Kreuz. Ein Raum, eine bestimmte Stelle auf der Erde, im Universum, ein lokalisierbarer Platz, eine Stelle, eine Position, ein Punkt. Der Ort ist der Punkt. Er entsteht aus zwei sich kreuzenden Linien, die so einen bestimmten Punkt markieren. Die Linie bezeichnet den Weg. Zwei Linien auf dem Weg, die sich überschneiden und so einen Ort definieren, der neues hervorbringt.
kann dieser "ort", wie du ihn beschreibst, auch im virtuellen existieren?
- pm: interessante frage. der begriff ort kommt ursprünglich von spitze, ahle und wird heute anders begriffen: nicht nur als spitze, als definierter punkt, sondern als fläche. aber ich denke, dass für die wahrnehmung eines ortes das erleben des eigenen körpers in bezug zum umraum ausschlaggebend ist, mit allen sinnen und mit aller erfahrung. und das ist im virtuellen raum nicht möglich. ich befinde mich immer vor dem computer, ich vermag vielleicht dinge aufzusuchen, die wir mit ort benennen, aber ich begegne diesen orten nicht, ich erlebe sie nicht. es bleibt ein zweidimensionales erlebnis.