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KunstsystemAlsPostfordistischesUnternehmen

wie lingner aufzeigte, bestehen für den künstler seit seiner entlassung in die vermeintliche freiheit vor allem ökonomische zwänge, die ihn unfrei machen. der künstler, so denn er sich von seinen produkten ernähren will, begibt sich in das betriebssystem kunst, welches sich in den letzten jahrzehnten zunehmend als postfordistisches unternehmen darstellt, in der jeder künstler sich als ich-ag, als scheinselbstständiger einbringen muss. so zwingt das system kunstmarkt dem künstler seine bedingungen auf, verlagert, ganz im sinne der postfordistischen fabrik, die fabrik in das innere des subjekt. das unternehmen kunstmarkt definiert das subjekt "künstler". dem vermeintlichen künstler bleibt, um in dieses unternehmen zu gelangen, nichts anderes, als das grobe raster an subjektivierung mit einem "persönlichen" alleinstellungsmerkmal zu versehen. dies kann aber nur der körper/lifestyle des künstlers sein, was in letztlich in ein verhältniss der prostitution zwingt: er muss seinen körper anbieten um waren produzieren zu dürfen.

-- SaschaBuettner - 19 May 2006

19.05.2006 · SaschaBuettner · r1