Betreff: Serverfestival2004 | festival des unfertigen produkts oder: es muss nichts produziert werden.
Datum: 8. September 2004 11:44:38 MESZ
An: (E-Mail entfernt)
moin gelistete,
in die überlegungen zum serverfestival2004:bilderflut möchte ich als erweiterung folgendes stichwort einbringen:
es muss nichts produziert werden.
das ist eine kernforderung, die kurd + antje im zusammenhang mutualer kunstaffairen aufgestellt haben, und die wir beim listentreffen in weimar2003{1} diskutiert haben.
übertragen wir dies auf die idee "festival", so betreten wir neuland. es gibt zwar immer auf festivals die nischen der "workshops" und "lectures" (die für den part "work-in-progress" stehen), aber, und das ist der springende punkt, alle diese formate innerhalb des "klassischen" festivals verlassen nie die aufspaltung in akteur und publikum (und es wird auch im klassischen kontext alles dafür getan, daß sich diese künstliche grenze nicht aufbrechen lässt. jeder versuch, diese aufzubrechen, kann nur in form eines angriffes von statten gehen, und wenn es ein "fake-angriff" ist, wie ihn matze und meine wenigkeit zur ars electronica 2002 inszenierten [stichwort: ars unplugged]{2}).
während wir immer und immer wieder grübeln, was ein serverfestival ist oder sein könnte, schlummerte die bedeutung und lösung im begriff selbst: da serverfestival immer ist, es sich folglich immer um work-in-progress handelt (es weiter gesponnen nie produkte oder ergebnisse als solche geben kann, lediglich "zwischenstände" oder "schnappschüsse"), ist serverfestival per se ein "angriff" auf die "festival-kultur", auch und gerade auf die, die sich im kontext der "neuen" medien und der netzkunst seit jahren festgefressen hat.
kern des serverfestivals sind nicht die ergebnisse, sondern die prozesse, die momente, zeitnah mit allen, die am/um/im serverfestival beteiligt sind, zu "tauschen". tauschen auch im sinne einer potlatschen-tauschökonomie, weniger in einer kapitalistischen merhwertökonomie.
serverfestival setzt auf die idee der verteilten resourcen.
serverfestival2004:bilderflut nimmt sich folglich als hauptthema die bilderproduktion/-distrubition/-konsum an. flankiert durch die themen ausschlusz/einschluszkriterien und "angriff" auf tradierte festivalkultur im oben beschriebenen sinne.
soweit. freue mich auf feedback,
MuertaCanzin->*