In der Rauenthaler Strasse befand sich in den Achtzigerjahren das "Synthesizer-Studio Jürgen Jacob", das zweite Haus am Platz, nicht in Wiesbaden, sondern in ganz Deutschland (damals noch West). Das andere fachgeschäft für elektronische Klangerzeugungsgerätschaften befand sich in BonnAmRhein - Matten und Wiechers hiessen die Inhaber, nach denen sich auch das Unternehmen benannte. Mit meinen Eltern suchte ich beide Häuser auf, und beide Erlebnisse standen weit hinter meinen Erwartungen zurück. Ich stellte mir vor, dass dort riesige Modularsysteme blinkend und summend auf ihre kaufkräftige Klientel warteten, doch mitnichten: ein Arrangement aus einigen wenigen Keyboards, die ich samt und sonders aus zusammen gesammten Katalogwerken der namhaften Herstellern kannte, staubte in den jeweiligen Geschäften vor sich hin.
Das Wiesbadener Studio, das des Herrn Jürgen Jakob, so einer Art Onkel mit Vollbart und seiner Frau, lag im Souterrain eines der alten Patrizierhäuser in bezeichneter Strasse, wenigstens das machte einen enormen Eindruck, und die Zuneigung zu jenem Stadtviertel jenseits der Ringkirche ist bis heute geblieben. Zwar interessiere ich mich nur noch wenig für elektronische Klänge und das Relikt in meinem Wohn- und Studierzimmer, der Sequential Cirquits ProOne stammte auch nicht von dort, sondern vom alteingesessenen Frankfurter Musikhaus B. Hummel, besser bekannt als Cream Music in der Taununssstraße, doch führten mich meine Wege mal öfter, mal weniger häufig in die Ecke mit den Strassen, die nach kleinen Käffern im Rheingaus benannt worden waren.