Einladung
genossen + genossinen! UMHERSCHWEIFEN IM WESTEND4.+ 5. Juni 2005, jeweils 15-19 uhr erstes umherschweifen: 4. juni 2005, 15 uhr, ab westendstr. 7 (wiki institute). sprechen ueber wiesbaden
5. juni 2005, 11 uhr, atelier kombinart, wörthstrasse 5
dort werden wir unsere eindrücke vom ersten umherschweifen in das ateliergespräch kunstvermittlung - vermittlungskunst [1] einbringen. zweites umherschweifen: 5. juni 2005, 15 uhr, ab westendstr. 7 (wiki institute).
beim zweiten umherschweifen werden wir versuchen, bis dato gewonnene erkentnisse in kleine, subversiv-destruktive handlungen, zu überführen. facts:
am 4. + 5. juni 2005 findet die veranstaltung offene ateliers statt. organisiert von der firma www.marsmanndesign.de, finanziert durch die stadt wiesbaden.
das motto: im westen viel neues - eine persönliche begegnung von kunst und künstler ordnung der gedanken, nach dem sich der magen einmal umgedreht hat:
- der titel im westen viel neues ist so originell, daß man umfällt vor lachen.
- ist es ja ganz nett, daß sich kunst und künstler mal begegnen sollen. wir werden beiden unseren besuch abstatten und zur rede stellen.
- gibt es zu der veranstaltung einen folder, ganz praktisch mit den adressen der künstler (falls man dann doch mal den einen oder die andere zur rechenschaft ziehen mag, oder so.) jeder + jede ist mit einem kurzen statement vertreten (hier wollte der brechreiz nicht mehr enden - mir tut immer noch der hals vom würgen weh).
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hier die auf dem folder versammelten links, zum abgewöhnen:
- http://www.bilderreich.net
- http://www.kunstexperiment.de
- http://www.imschnittpunkt.de
- http://www.panoramaphotos.de
- http://www.westend-galerie.org
- http://www.kombinart.de
- http://www.atelier-spiegel.de
- http://www.indischgelb.de
- http://www.nici-schoenenberg.de
- http://www.enitpine.de
- http://www.zamojre.de
- http://www.impuls-theater.de
[1] kunstvermittlung - vermittlungskunst , ein ateliergespräch über zeitgenössische kunst und deren interpretationssysteme.
wer verantwortet das bewertungssystem der bildenden kunst? - kunstrezensionen, auf spektakel angelegte großveranstaltungen oder nur die quantitativen gesichtspunkte der besucherzahlen? wie verhält sich hierzu eine autonome künstlerische haltung?
mit einer moderierten einleitung zur aktuellen kunstszene laden wir zum mitdiskutieren ein.
zu gast oliver immel, philosoph.
(soweit der ankündigungstext)
fragen die sich schon jetzt stelle:
- um welche aktuelle kunstszene wird es gehen (wiesbaden? brd? welt?)?
- das bewertungssystem der bildenden kunst - bewertung zu WAS? geld/kapital? gesellschaftliche relevanz? hoch/subkultur?
gewisse leute zweifeln an einem neuen beginn der revolution; sie wiederholen, daß das proletariat sich im zustand des schrumpfens befinde oder die arbeiter heute zufrieden seien usw. das kann nur zweierlei bedeuten: entweder erklären sie damit ihre eigene zufrieedenheit; dann werden wir sie, ohne unterschiede zu machen, bekämpfen. oder sie ordnen sich in eine von den arbeitern getrennte kategorie ein (z.b. als künstler); dann werden wir diese illusion zerstören, indem wir ihnen zeigen, daß das neue proletariat mehr und mehr die ganze welt umfaßt. (beginn einer epoche. texte der situationisten. hamburg 1995)
fragen, die unbedingt zu stellen sind (und massiv die o. erwähnten, vorgegeben fragestellungen zu verdränegn suchen): ist die kunst überhaupt noch in der lage, die kritische funktion, bewusster ausdruck gesellschaftlicher entwicklung und menschlicher potentialität zu sein, in einer gesellschaft, die auf spektakuläre warenproduktion beruht, zu erfüllen? kunstwerke werden als waren gehandelt und die künstler+künstlerinnen sind gezwungen, ihre arbeitskraft zu verkaufen. sie mutieren zu immateriellen arbeitern, die eine neue ausbeutungsressource produzieren: die subjektivität. immaterielle arbeit mündet zwangsläufig in ein konzept der selbstvermarktung und der prostitution. selbstvermarktung beruht auf der entkoppelung des subjekts von seinem körper und seiner sexualität. es ist das eigentliche wesen der prostitution, die sich nicht auf den verkauf des körpers beschränkt. denn der körper, die sexualität sind von der ganzen person nicht trennbar. sie zum verkauf anzubieten ist immer selbstvermarktung. hier stoppend stellt sich die frage: wer sind die zuhälter? was tut der künstler gegen diese (konzept gemeinschaftsatelier als flucht vor dem zuhälter?) und warum will der künstler doch ins bordell (museum, galerie, kunstverein)?
Bericht vom Rundgang
jawoll. heute, 4. juni, sind wir (BeL und meine wenigkeit) sind wir konsequent und in loser folge alle stationen ("ateliers") abgelaufen und haben, ja auch das, das grauen gesehen. es macht nun aber keinen sinn, all die abscheusslichkeiten, selbsttherapeutischen massnahmen und hobbyreien zu erwähnen oder sich gar daran abzuarbeiten. folglich gibt es eine beschränkung auf diejenigen, die man eventuell noch ernst nehmen kann, sollt oder könnte.zuerst der OliverSchultz mit seinen backwaren. nicht wirklich stilsicher präsentiert konnte er aber auf nachfrage eine lückenlose und fundierte künstlerische ausbildung vorweisen, auch, daß er natürlich, wie so viele, erst mal auf lehramt studiert hat, dann aber konsequenterweise eben nicht kunsterzieher geworden ist. natürlich lebt er nicht von seinen backwaren (obwohl sie bestimmt nahrhaft sind).
von der WestendStrasse 8 sind wir dann zum könig vom sedanland, der zum einen mich natürlich keines blickes würdigte und zum anderen ein mitglied seiner schäfchen-familie bzw. dessen vater ausstellte. dort gab es, gut präsentiert, recykling-art zu sehen. einfach. harmlos. überflüssig.
als nächstes eilten wir zu RolfFamulla, mein wirklicher favorit der diesjährigen "offenen atelier". bei ihm sah ich mich genötigt doch tatsächlich ein kurzes filmchen zu drehen, s. Attachments. rolf hat sich in die veranstaltung reingeschummelt, denn er hat sein atelier nicht im westend (eigentlich FeldherrenViertel). aber egal. ich liebe seine kunst!
ein kurzer abstecher ins AtelierKombinart, danach dann über die DotzheimerStrasse zu AnnaBieler, die noch bunter, noch kräftiger malt. obs beim verkaufen hilft?
Natürlich waren wir auch bei meinem lieblingskünstler TitusGrab (ich wusste nicht, als ich meine kunst "arm nannte", dass es arme kunst, also arte povera gab. so titus mal in einem gespräch zu mir. haha.), der ja vorhat, die kinder in flaschen zu sperren und dem rhein zu übergeben. oder so ähnlich.
aber eigentlich, so merke ich, gibt es nichts wirkliches zu berichten. wir haben wunderbare hinterhöfe entdeckt. tolle räume, die von frauen als "ateliers" missbraucht werden. und ReinhardSpiegel, der, sehen wir mal von seiner kunst ab, die, naja, eben da ist, ein vorzüglicher kunsthandwerker ist. er beherrscht die kunst der heliogravur meisterlich. das ist ok. und es soll so auch bleiben.
als fazit bleibt: bitte nicht wieder. künstler und vor allem künstlerinnen: bleibt unsichtbar, hört nicht auf TitusGrab (zitat: "die öffnung der ateliers in dieser zeit, ist ein not(!)wendiger schritt!
innen im atelier sind zumeist die spuren von selbstbespiegelungen und selbst-heilungsversuchen (als heilung von verarmungen und verblödungen einer an sich selbst erstickenden erstickenden gesellschaft) zu finden.
für den fall, daß künstlerisches schaffen mehr als eine eigendrehung vor einem spiegel ist, beginnt das wirkliche atelier draußen, vor der tür des atliers.), diesem verbrecher, der im letzten jahr die "offenen ateliers" zum erstenmal organisierte. liebe künstler und künstlerinnen: brennt eure ateliers nieder! zerbrecht eure staffeleien! bekommt kinder (damit euer schaffen nicht so traumatsich wirkt). heiratet! sterbt aus. nur bitte bitte: nie wieder offene ateliers!
Bericht vom Ateliergespräch
erfreuliches zuerst: es kamen leute. und zwar mehr als der ateliertypische freundeskreis. MarkusQuiring hielt einen einführungsvortrag, der zum ende hin etwas ausfranste und den zuvor sichtbaren roten faden missen lies. dennoch gut. anschliessend eilte OliverImmel in die diskussion, die sich um kunstvermittlung/vermittlungskunst drehen sollte. ein alter hut zwar, aber hey, wir sind in wiesbaden, da ist das top of the pop ... oder so. die diskussion kreisselte so vor sich hin, tendierte mal hier, mal dort hin. so, wie solche ateliergespräche eben sind: etwas ziellos und letztlich immer so angelegt, daß alle zufrieden nach hause gehen können. dennoch ... oder gerade deswegen ist dieses format im AtelierKombinart ausbaufähig. seitens der macher und macherinnen ist der wunsch, eine, sagen wir ruhig intellektuellere kunstbetrachtung/-rezeption bis hin zur produktion zu etablieren, anzumerken. und das muss unterstützt werden. die orte, an denen das hirn ausgeblendet werden muss um zu bestehen (zu überleben) sind in wiesbaden in der überzahl und hinlänglich bekannt. in diesem AtelierKombinart könnte der keim einer anderen (im bundesrepublikanischen kontext längst durchexerzierten kunstauffassung) kunstbetrachtung/-diskussion gelegt werden. etwas, was mir zb. im rahmen meiner regntschaft des BBKWiesbaden nicht gelungen ist (obwohl ich bedeutend mehr geld zur verfügung hatte als die AtelierKombinart leute!). ich forder also alle auf, die AkademieProletariat zu gründen und für eine entkoppelung der kunst vom geldverdienen zu forcieren. nutzen wir die räume, die aufgetan werden dafür, diese AkademieProletariat, die niemals über eigene äume, eigenes kapital verfügen darf, zu realisieren und am leben zu halten.die reflektion des gespräches geschieht explezit in der abkoppelung der im AtelierKombinart produzierenden künstlerinnen und künstler. die begeisterung für das, was dort gemacht wird speist sich einzig aus den aktionen (wie das heutige ateliergespräch) und dem potential, das ich dort hineinvisoniere.
es geht also nicht um den unmittelbaren zu messenden (mehr)wert. denn das heutige gespräch ist eltzlich zu belanglos, um es detailiert zu setzieren und wiederzugeben. jedoch die bereitschaft zur diskussion, die möglichkeit, dezent radikale(re) inhalte und betrachtungsweisen in die diskussion einzuschleusen, dass ist, was zählt und was gegenstand des heutigen experimentes war. ich finde, es ist gelungen. jetzt gilt es daran anzuknüpfen und endlich endlich in wiesbaden eine anderes kunstverständnis einzuschleusen.
es sind alle aufgefordert, ihre kontakte (national/international) zu aktivieren und die leute einzuladen zu gesprächen. dafür brauchen wir keinen apparat, keine millionen. wir brauchen nur mut, engagement und überzeugung. der rest geht dann wie von selbst!
-- SaschaBuettner - 05 Jun 2005
Anmutungen
Kommentare
Aha, ich verstehe, der Kunsttheoretiker ist ein ganz schlichter Chauvie. An diesen zwei offenen Ateliers-Tagen sind erheblich mehr Frauen beteiligt als Männer (18: 9). Klar, daß man dann bei dieser Veranstaltung, die man von vorneherein abgetan hat, mehr Frauen findet, die der Kritik entsprechen, (wenn man nun drauf achten will, ob der Täter Männlein oder Weiblein ist)... Aussterben oder Kinderkriegen, was sind das denn für Alternativen? Sein oder nicht Sein... -- BeL - 05 Jun 2005 Aber aber frau BeL! wir hatten doch festgestellt, daß ein teil der weiblichen teilnehmer dieser grausigen veranstaltung (die dennoch viel spass gemacht hat) eine art betroffenheitskunst fabriziert, die den rückschluss auf schreckliches (fehlgeburt, vergewaltigung u.ä.) zulies/zulässt. um nicht in den eingeweiden dieser betroffenheitskünstlerinnen zu wühlen, habe ich mich eben ganz auf die männlichen pedants konzentriert, die ob ihrer eigenart, nicht wirklich besser da stehen. schon der ironische verweis auf RolfFamulla sollte auch ihnen, geehrte BeL, klar machen, daß die männer hier nicht wirklich die bessren sind. sie werden nur mehr gedemütigt. zum beispiel dadurch, dass ich sie hier erwähne. -- SaschaBuettner - 05 Jun 2005 Natürlich war der lustig lachende Rolf Famulla Dein Favorit. Jetzt lüg doch nicht! Du "liebst" nur nicht seine "Kunst"; das war ironisch gemeint. Oder vielleicht nur vorgeschoben ironisch? Haben Dich nicht etwa doch die nackten, wollüstigen Frauen, das bunte Karneval von Rio-Geflackere, der katholische Frohsinn auf seinen Bildern angemacht? Gib es doch ruhig zu, ... böser! kleiner! Mann! Nun gut, dagegen ist doch der Satz: "...tolle räume, die von frauen als "ateliers" missbraucht werden", aber eindeutig. Da ist keine Ironie, keine kumpelhafte Kabbelei. Und dann liest es sich sogar sarkastisch, wenn man an unsere Vermutung denkt, da wurden stellenweise dramatische Erfahrungen umgesetzt. Wieso sietzt Du mich jetzt eigentlich? -- BeL - 05 Jun 2005-
also erstens: wir sind hier im internet, da siezt man/frau sich. zweitens finde ich den famulla wirklich cool. auch wegen der wollust, die er in mir entfacht, also mittels seiner bilder. da ich klerikal erzogen wurde habe ich zwangsweise eine starke affinität zu jesusbildchens. und wenn die dann noch blinken ... könnt mich glatt wehschmeissen ...
ich wollte ja auch, so haben wir es auf dem rundgang besprochen (bzw. ich versprochen), noch richtig stellen, daß ein teil meiner kritik (vor allem was die denunziation des weiblichen kunstschaffens angeht) wirklich falsch ist. da ich aber nun zeit hatte, mir das alles genauer zu überlegen, bereue ich nichts. ich möchte auch noch etwas nachlegen: dass so viele frauen am unteren ende der künstler-innen-pyramide rumkrebsen hängt auch damit zusammen, daß diese frauen in der regel von a) einer erbschaft leben oder b) von ihrem mann versorgt werden. es handelt sich also um frauen, die, gott sei dank, statt unendlich viele kinder in die welt zu gebären, in ein atelier gehen und künstlerin zu sein vorgeben.
gerade in wiesbaden, so würde ich mal schätzen, werden die künstlerinnen zu 99% von ihren männern ausgehalten oder sie sind erzieherinnen/kunsterzieherinnen, die so ihr leid kompensieren wollen. nun hat das ja eigentlich nichts mit qualität zu tun (oder dem willen, etwas wichtiges mitzuteilen), dennn niemand und nichts hindert sie daran. dennoch tun sie es nicht. sie speien ihre grottenschlechte, nichtssagende, gesellschaftlich unproduktive und unwichtige kunst mitten in mein sehfeld .. und entschuldigen sich noch nicht einmal dafür!
gerechterweise muss ich natürlich zugeben, nein, betonen!, daß die künstler den künstlerinnen in nichts nachstehen. ausnahme: famulla!
auch hier, bis auf die ausnhame quiring (dazu muss ich einen gesonderten topic verfassen.), durch die bank weg nichts als nullaussagen, unwichtigkeiten, weltverbesserlichkeiten und jammereien (siehe herrn grabs geschreibe!). selbst beim schultz, der ja zugab, sich künstlerisch hat ausbilden lassen, war auf nachfragen zu dem sinn seiner backwaren wenig erhellendes zu erfahren. lassen wir ihn also mit seinem schmerzensmann in frieden ruhen (natürlich muss angemerkt werden, dass schultz sich auf klassich-künstlerischem terain bewegt und man ihn das eigentlich nicht vorhalten kann. es ist aber im sinne einer kunst, die mehr will als schnödes schmuckwerk zu sein, abträglich.).
soweit für heute! -- SaschaBuettner - 06 Jun 2005 17:04:27
- ahhh. das tat gut. super entspannung. gehen wir jetzt etwas kaputtmachen? -- SaschaBuettner - 07 Jun 2005 11:12:36











