Diskussion über "Das schlechte Bild" ...
... angezettelt von "signifikant" auf der Mailingliste "thing frankfurt" (s.a.: Main.ContentThingFrankfurt) SaschaBuettner schrieb:Guten Tag.
es wurden folgende schlechte bilder auf den server hochgeladen:
http://wiki-institute.com/pub/Dasschlechtebild/0403/joint_venture.jpg
http://wiki-institute.com/pub/Dasschlechtebild/0403/tipp.jpg
bitte vergessen sie nicht ihr eigenes schlechtes bild auf den server zu laden! danke.
alle schlechten bilder hier:
http://wiki-institute.com/Dasschlechtebild
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signifikant antwortet auf SaschaBuettner: hm,
irgendwie verschwimmt die ursprüngliche intention des "schlechten bilds". hier sameln sich mehr und mehr skurrilitäten des alltags und nicht mehr jene "schnappschüsse", die gewollt wie ungewollt am ziel vorbei ins diffuse, wirkliche leben treffen und die normative bebilderung des alltags in frage stellen.-
SaschaBuettner antwortet auf signifikant: so sehe ich das auch. ich bin am überlegen, ob ich deswegen ein neues wiki im institute eröffne, daß der abbildung der skurrilitäten des alltags in wort + bild zur verfügung steht. mir fehlt nur noch der passende titel.
was meinen sie dazu, herr signifikant? was meinen die anderen hier?-
JanS antwortet auf SaschaBuettner: eher sollte doch das urspruengliche 'schlechte bild' unter einem neuen titel erscheinen, da die staendige abbildung von 'skurilitaeten des alltags' fuer mich mehr was mit schlechten bildern zu tun hat (lustig finden diese bilder oft nur die fotografen selbst).
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SaschaBuettner antwortet auf JanS: das spricht dafür, daß alles so bleibt wie es ist. schlieszlich vermeiden bolee und meine wenigkeit jedwede vorgabe ob dessen, was denn ein schlechtes bild ist. das bleibt den betrachterInnen und fotografInnen überlassen.
wir hatten nur seinerzeit festgestellt, daß zb. freunde von uns, die in der tat nichts anderes als schlechte bilder produzieren, zb. im urlaub abends ihre digitalkamera zücken und die ausbeute des tages auf dem kameradisplay durchsehen und anfangen, bilder zu löschen, mit der bemerkung: "uhhh, das ist aber schlecht". wir waren schockiert, daß, gefördert durch die digitalen kameras für jedermann und jederfrau, schlechte bilder zu hauf für immer verschwinden.
da nun aber der herr beck regelmässig schlechte links veröffentlicht und das signifikat den begriff "skurrilitäten des alltags" in die runde geworfen hat, bleibe ich bei meiner intendierung und favorisiere die einrichtung eines neuen wikis, daß sich diesem thema annimmt.
bleibt noch zu klären, ob "das schlechte bild" wieder nur ausschliszlich als anonyme uploadstelle (bilderklappe) existieren sollte, ohne die möglichkeit der kommentierung, zumal dieses "fearure" eh nur von mir genutzt wurde, bisher.
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SaschaBuettner antwortet auf JanS: das spricht dafür, daß alles so bleibt wie es ist. schlieszlich vermeiden bolee und meine wenigkeit jedwede vorgabe ob dessen, was denn ein schlechtes bild ist. das bleibt den betrachterInnen und fotografInnen überlassen.
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JanS antwortet auf SaschaBuettner: eher sollte doch das urspruengliche 'schlechte bild' unter einem neuen titel erscheinen, da die staendige abbildung von 'skurilitaeten des alltags' fuer mich mehr was mit schlechten bildern zu tun hat (lustig finden diese bilder oft nur die fotografen selbst).
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Stefan Beck antwortet auf signifikant: und in form eines schlechten links das wirkliche leben: http://www.wurst-dey.de
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signifikant antwortet auf Stefan Beck: ich glaube, ich kann das erklären.
"Mit dem "Universal-Prinzip" wurde 1997 ein grundlegendes Naturgesetz entdeckt. Da diesem evolutionären Prinzip alle denkbaren Vorgänge zugrunde liegen - Lebenszyklen von Galaxien ebenso wie unsere menschliche Entwicklung oder Abläufe in Atomen - eignet es sich als Lösungsschema (Algorithmus) für Probleme aller Art, auch gesellschaftlicher oder persönlicher Natur."
http://www.universal-prinzip.de/gesamtframe1.htm
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signifikant antwortet auf Stefan Beck: ich glaube, ich kann das erklären.
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SaschaBuettner antwortet auf signifikant: so sehe ich das auch. ich bin am überlegen, ob ich deswegen ein neues wiki im institute eröffne, daß der abbildung der skurrilitäten des alltags in wort + bild zur verfügung steht. mir fehlt nur noch der passende titel.
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Stefan Beck antwortet auf signifikant: das problem liegt darin dass mit dem signifikat "schlechtes bild" zwei ebenen vermischt werden, die in unserem ästhetischen koordinaten säuberlich geschieden bleiben. Das produkt und seine bewertung.
Anlässlich der kunstverein ausstellung deutsche malerei hatte ich ja schon gefragt, ob auch besonders schlechte beispiele ausgestellt würden. Natürlich nicht, und das nicht aus blosser höflichkeit.
Meines erachtens gabs für ein abweichendes verhalten nur ein exempel, die nazi ausstellung "entartete kunst". Es spricht für die konsequent anti-moderne und auch anti-metaphysische tendenz des nationalsozialismus sich nicht im rahmen einer ästhetik (die wiederum in der ns kunst sehr wohl zum tragen kommt) mit der modernen kunst auseinanderzusetzen, sondern deren ästhetik (als avantgarde) ausser- ästhetisch zu übertrumpfen. Deshalb muss auch IN der ausstellung in form von kommentaren hohn und spott über die kunstwerke gebracht werden.
Die nazis haben sehr wohl begriffen, dass sich einer totalität des ästhetischen nur dadurch entgehen lässt, in dem man sich ausser sie stellt.
Ein schlechtes bild ist an sich nicht möglich, wohl aber zeichen und verweise in form von müll, dreck, scheisse, ungekonntem und
konventionsverweigerung. Das ist in gegenwärtiger kunst überall zu finden.-
signifikant antwortet auf Stefan Beck:
und zwar in beide richtungen, einmal durch die zeichen, verweise die aus dem bild raus zeigen und dann durch be-zeichnungen, die dem bild zugefügt werden. Die erste ist auch die signifikanteste: die publikation unter den prädikat "das schlechte bild", die es wurscht macht, um was für ein bild es sich handelt und was abgebildet ist.
eigentlich ist das schlechte bild ein totalitäres regime der ästhetik. -
SaschaBuettner antwortet auf Stefan Beck: das schlechte bild sagt von sich selbst: ich bin schlecht. nicht mehr, nicht weniger. es sagt nicht: da, das andere bild dort, daß ist schlecht. es meint immer nur sich selbst.
jedes schlechte bild setzt einen einmaligen, individuellen, standart. es wäre vermessen, ein universales kriterium formulieren zu wollen, das das schlechte bild beschreibt.
überhaupt ist es ohne eine kommentierung schwer möglich ein schlechtes von einem guten bild zu unterscheiden.
das schlechte bild gibt jedem bild das stigma "schlecht". was ist daran schlecht?
das schlechte bild braucht immer einen übermittler. das kann ein betrachter / eine betrachterin sein. es kann der hersteller oder die herstellerin sein.
schlechte bilder an einem ort zu versammeln ist an sich nicht schlecht: es ersparrt einem die suche nach ihnen.
wird so ein ort geschaffen, stellt sich die frage nach den liferanten: ist es der hersteller / die herstellerin des schlechten bildes oder ist es ein kurator?
gehen wir von ersterem aus haben wir eine produzentengalerie. zweiteres entspricht dem modell "ausstellung entartete kunst".
ich meine, das schlechte bild geht mit ersterem konform und schliszt zweiteres kategorisch aus.
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signifikant antwortet auf Stefan Beck: