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FragWuerdig

Ein Strategie ist eine geordnete Folge von Taktiken. Man kann auch sagen, ein Über-Plan für einzelne Pläne. In den Management-Theorien gibt es dann unter der Taktik noch das Operationale. Es ist so gedacht, dass Leute, die lenken und Wert abschöpfen, denken: sich hinsetzen und Strategien machen, wobei es ehrlich sein darf, ja äusserste Imagination wünschenswert ist. (Hier gibt es Schnittstellen zum unsäglichen Kreativen, wenn man der Strategie irgendwie auf die Sprünge helfen muss.) Dann wird das Ergebnis, parzelliert zu Taktiken, vom middle management umgesetzt und unten wird dann anders operiert, also gearbeitet (bei uns wird z.B. mehr darauf geguckt - oder wir dazu angehalten, mehr darauf zu gucken - dass wir im Zeitbudget der Projekte bleiben).

Bisher schrecken die Künstler anscheinend noch davor zurück, Porter's 5-forces Modell der Konkurrenz, SWAP, value chains oder die Boston-Quadrate zu bemühen. Oder sie haben bisher hauptsächlich nur die Oberfläche des Management und der Macht einbezogen, weil sie die Funktionen darunter mehr aus dem Spiegel kennnen (nicht dem aus Glas). Andererseits ist dies Durchlaufen der ganzen kette Strategie-Taktik-Operieren auch eine seltsame Travestie der Aufhebung von Entfremdung.

Unmittelbar mag ich von Strategien und der Pseudo-Greifbarkeit von 'Soziale Realität' nichts mehr hören. Dann habe aber ich Dich, Sascha, als authentisch (falls ich das Wort einmal hervorholen darf) kennengelernt und stelle reale Verbindungen her, z.B. mit den Mühen, eine künstlerische Tätigkeit trotz Geldverdienens und Familie zu unterhalten. Das ist für mich der unmittelbarste Sinn von Strategie, wie ich Entscheidungen fälle und ob ich diesen Entscheidungsraum ausdehnen kann, und welche (allerdings minimalen) Risiken ich eingehe.

Ich mag es nur nicht Strategie nennen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht einmal, warum ich dies hier schreibe, und ob es als irgendein Beitrag verstanden werden kann. Ich wünschte, wir könnten im Serverfestival die Strategien, bei denen es irgendwie um künstlerische Geltung oder Geltendmachen der eigenen Arbeit geht, wahr nehmen (ernst nehmen) ohnen uns daran allzusehr abzuarbeiten. Dies explizit zu tun, hätte etwas Verzweifeltes und ist self-defeating, indem die Reflexion des Kampfes zum sublimierten Gegenstand wird und einem um anderes betrügt - aber was, ein etwa negativ Vorauszusetzendes - doch ich sehe nur Schwarz zur Zeit, nur Löcher.

Detlev

-- SaschaBuettner - 07 Feb 2004

07.02.2004 · SaschaBuettner · r5