das serverfetsival als netzkunstaffaire #0: vorbemerkung wie alles rund um das serverfestival muss auch dieser text ein fragment bleiben. das serverfestival ist ein sich stetig verŠnderndes gebilde, amorph, flźchtig, mutual. mutuale gebilde verŠndern sich durch personen, deren interessen und bedźrfnisse. ich habe mich also dazu entschlossen, hier einen fragmentarischen, statischen einblick zugeben. nutzen sie die wenigen freirŠume, dieses fragment weiter auszuformulieren oder umzuschreiben. denn uns, die wir das serverfestival skizziert haben und durch manigfaltige versuchsreihen zu beschreiben suchten, wir kšnnen an diesem buch, so denn es gedruckt ist (und nur so kšnnen sie es in den hŠnden halten) nicht weiterschreiben. es sei uns daher erlaubt, sie darauf hinzuweisen, da§ dieser text so und in zukźnftigen erscheinungen im serverfestival-wiki abgebildet sein wird. es kann sein, da§ sie die dortige version des noch zu schreibenden, nein, weiterzuschreibenden textes nicht deckungsgleich finden mit dem text, den sie gerade lesen. so erging es uns auch. mit dem serverfestival. #1: geschichte wie alles, so muss auch das serverfestival (sf) in einer abfolge von ereignissen gesehen werden. 2001 veranstaltete ich eine mailboxausstellung [1] der zwei monate spŠter das serverhappening folgte [2]. beide ereignisse versuchten a) aktive in die affairen hineinzuziehen und b) wurde das augenmerk auf das "an sich stattfinden" gelegt. es gab keine wesentlichen vorgaben ausser denen, die das internetz (technisch) vorgibt. beide ereignisse suchten den tabu-bruch. so wurde fźr die mailboxausstellung ein mailkonto bei einem isp [3] eršffnet und die zugangsdaten dann źber mailinglisten verbreitet. ebenso konnte beim serverhappening via webbrowser auf daten, die man selbst oder andere auf den server geladen hatte, zugegriffen werden. ich versuchte so auszuloten, inwieweit erfahrungen in realen rŠumen (meetings, festival, offene bźhne) [4] in das internetz zu źbertragen sind bzw. wie sich solche ereignisse verŠndern, wenn der austausch nicht f2f sondern durch webbasierte tools stattfindet. #2: logische folgerung aus diesen erfahrungen heraus folgerten wir dann das serverfestival. letzlich ist es produkt einer lakonischen bemerkung seitens matze schmidt, der nach dem serverhappening meinte, nun mźsse etwas noch gršsseres folgen. im februar 2002 trafen sich in kassel 10 menschen, die sich von dem begriff "serverfestival" angezogen fźhlten, und die mit anderen darźber diskutieren wollten. das treffen endete mit der erkenntnis, da§ keiner wei§, was ein serverfestival ist, aber das es stattfinden wird. oli thuns setzte auf dem server www.radiostudio.org eine maillingliste auf, die anschliessend zum herzstźck der kommunikation wurde. [5] #3: nach dem festival ist vor dem festival im sommer 2002 fand das erste serverfestival statt. an verschiedenen orten fanden ereignisse statt, wobei dortmund (mathias weiss) einen gewissen focus darstellte. [6] in der diskussion tauchte immer wieder die frage auf, ob das sf nicht ein permanent stattfindendes ereigniss sei. diese these zielte auf zwei wesentliche merkmale des sf ab: zum einen der technische aspekt (server schlafen nie) und zum anderen der versuch, webbasiertes handeln als permanenz zu begreifen, welches sich nicht auf ein zeitfenster beschrŠnken lŠsst und das man sich zum konventionellen ausstellungsbetrieb abgrenzt. #4: drei grosse thematische blšcke stream - wiki - mutual. so kurz und knapp sind die drei blšcke umschrieben. gerade das hamburger + das weimarer treffen [7] waren thematisch streng ausgerichtet, so da§ sehr sehr intensive diskussionen entstehen konnten. durch antje und kurd wurde immer auch der conversationelle ansatz eingebracht, der ein gutes und wichtiges leitmotiv fźr das sf darstellt(e) [8]. #5: kernelemente + ausblick wie die themen zeigen ging und geht es bei dem konstrukt "serverfestival" immer und ausschliesslich um koaktives und mutuales miteinander in (netz)kunstaffairen. immer geht es um das grenzgŠngerische, das non-konforme, jedoch nie als selbstzweck sondern eher mit dem erkenntnisdrang des forschers. wichtig war und ist, netz(kunst) nicht ausschliesslich auf das internetz zu reduzieren, sondern als eine kunst zu begreifen, die in einem "netzwerk" bzw. durch ein solches entsteht. mit der zeit hat sich ein kleines netzwerk gebildet, da§ bei den ListenTreffen gefestigt wird. die plattform wiki-institute.com beheimatet das serverfestival-wiki. dort finden sich eine menge zusatzinformationen wie auch die fortfźhrung dieses textes [9]. Fussnoten: [1] http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/2001-July/000154.html bzw. http://wiki-institute.com/pub/Borderline/OctopusWeb/potlatch_006.txt [2] http://www.identitaetsmaschine.org/happening/index.htm [3] isp (internet service provider) = www.skim.com [4] http://wiesbadener-raum.com/pub/Main/VortragMz2002/Vortrag_mz.pdf [5] die liste verfźgt leider źber kein online-archiv. zudem ist in absehbarer zukunft ein serverumzug geplant. [6] http://www.serverfestival.net/proj.html [7] http://wiki-institute.com/cgi-bin/twiki/bin/view/Serverfestival/ ListenTreffen [8] http://swiki.hfbk-hamburg.de:8888/NetzkunstWoerterBuch/search?search= conversationskunst&casesensitive=false&and=true [9] http://wiki-institute.com/cgi-bin/twiki/bin/view/Serverfestival/ BeitragFuerMutualitaetInNetzkunstaffairen