From: BZW <onomastik@braan.org>
Subject: [Osdgv] Was ist Serverfestival2004?
Date: Fri, 5 Nov 2004 01:22:48 +0100
To: SzeneFrankfurt@yahoogroups.de



serverfestival.net/

globales zeitfenster: 6.11.2004, 00.00 uhr - 7.11.2004, 24.00 uhr.


http://wiki-institute.com/cgi-bin/twiki/bin/view/Serverfestival/
Serverfestival > ÊPresseBereichÊ

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Was ist das Serverfestival?
Was sind Bilderebbe bzw. -flut?
Wer ist Susi Meyer und wie verhŠlt sich die Domain serverfestival.de zu 
serverfestival.net?
Welche Ziele verfolgt SF/Bilderflut?
Welcher sozialistischen Stršmung gehšrt das SF04 an?
Also ist SF04 Ort der Undifferenziertheit? Ist jede Differenzierung 
eine Ausgrenzung? Und ist jede Ausgrenzung schlecht?
Haltet ihr die Pubilikation von noch mehr Bildern fŸr ein gutes 
Gegenrezept?


 >>>>>>> Was ist das Serverfestival?

eine sich selbstbeschreibende versuchsanordnung. eine tautologie. es 
ist ein waberndes theoretikum. und immer das, was sich im sf-wiki, auf 
http://www.serverfestival.net findet und in der dazugehšrigen 
maillingliste findet. -- SaschaBuettner - 26 Oct 2004

das serverfestival ist eine visuelle textspur. das serverfestival ist 
die infragestellung der festivalkultur. das serverfestival ist fŸr alle 
da, und das genau macht den unterschied. der zugang ist der zugang zum 
world wide web. -- GuidoBraun - 28 Oct 2004

Vielleicht noch mal grundsŠtzlicher: das sf hat also nix mit It-Nerds 
zu tun, die irgendwelche server connecten, sehe ich das richtig? Und 
der Begriff des Festivals zielt als Referenz vor allem in Bereiche wie 
Visuelle Medien/Kunst/Medienkunst etc? -- BerndSeib - 28 Oct 2004

ja + nein. ja, das sf hat nichts - aber auch gar nichst - mit it-nerds 
gemein, grenzt diese jedoch nicht willentlich aus. das sf ist immer 
auch eine gradwanderung zwischen techtalk und aktionismus.
  nein, das sf zielt nicht nicht auf (selbst)referenzielle bereiche der 
medien/kunst/medienkunst. auch diese wird willentlich nicht 
ausgegrenzt. sf verstehen heiszt genre-denken aufgeben. -- 
SaschaBuettner - 30 Oct 2004

serverfestival bedeutet auch die instrumentalisierung einer technik fŸr 
ein allgemeines gut = die verbreitung allgemeiner gŸter, die NICHT 
symbolischer natur sind, und zu einem šffentlichen gebrauch. -- 
GuidoBraun - 02 Nov 2004


 >>>>>>> Was sind Bilderebbe bzw. -flut?

zu bilderebbe mu§t du matze schmidt (n0name) befragen. bilderflut ist 
das hier (s. attachment)

bilderebbe gibt es nicht -> es gibt keinen mangel im realen; frei nach 
lacan. die bilderflut ist die gesamtheit der bilder auf papier oder in 
form von bilddaten in kameras, auf rechnern oder webservern, die keinen 
bewertungs- oder ausschliessungsstrategien unterworfen ist. die bilder 
Ÿberfluten das netz und seine bewohner / benutzer. -- GuidoBraun - 28 
Oct 2004

also ist eurer ansicht nach das web ein bildmedium? Ÿberfluten texte 
das netz und seine user nicht viel stŠrker als bilder, zumindestens 
quantitativ? -- MartinBrust - 02 Nov 2004

ob viel stŠrker, mag ich nicht zu beantworten. aber du hast 
grundsŠtzlich recht, wobei ich auch das bild und die bildinhalte / 
formalen bild-bedingungen als textuelle strukturen auffassen wŸrde. 
ebenso kšnnen wir darauf verweisen, dass auch die bildŸbertragung im 
netz (html / e-mail) ein textueller vorgang, slrich: die Ÿbertragung 
von zeichenketten ist. so lassen sich beispielsweise auch 
textbotschaften in bilder eincodieren; aktuell wird dieser fall bei den 
virenprogrammen, die in jpgs eincodiert sind und beim handling des 
bildes ausgefŸhrt werden.  auf der anderen seite ist das 
serverfestival per definitionem dieses jahr ein event, das sich primŠr 
mit dem visuellen bild auseinandersetzen mšchte (auch wenn das 
natŸrlich eine globale ausgrenzingsstrategie vorstellen mag). also 
heute so und morgen anders. alles auf einmal geht (leider) auch nicht. 
-- GuidoBraun - 02 Nov 2004


 >>>>>>> Wer ist Susi Meyer und wie verhŠlt sich die Domain 
serverfestival.de zu serverfestival.net?

Susi Meyer beteiligte sich am serverfestival2002 mit der these, die 
fortan zum allgemeingut des serverfestivals gehšrt, dass serverfestival 
immer sei. dies unterstrich sie mit der anektion der domain 
serverfestival.de. diese anektion wurde nicht von allen gutgehei§en, 
zumal die tld "de" nicht wirklich in das konzept serverfestival passt, 
da sich das sf als nicht-national versteht! susi meyer grŸndete fŸr das 
sf2002 die legendŠre streaps-band, eine rein virtuelle boygroup, die 
fŸr proben und auftritte streaps nutzte. mehr zu streaps hier: 
https://www.streaps.org
  die identitŠt von susi meyer ist mir unbekannt. sie ist eben susi 
meyer!
  -- SaschaBuettner - 26 Oct 2004

ich kenne susi meyer nur als susi meyer persšnlich (?); susi ist unter 
verschiedenen identitŠten kŸntlerin in und ausserhalb des netzes, 
arbeitet als musikerIn, radiomacherIn und top-terrorIstin. -- 
GuidoBraun - 28 Oct 2004


 >>>>>>> Welche Ziele verfolgt SF/Bilderflut?

das ziel ist die infragestellung des wahrheitsgehalts einer 
information, die per institutionalizitŠrer prŠgung als wahr testiert 
wurde. das bedeutet, wenn so viel fŠlschungen im netz kursieren - 
texte, spuren, bilder, filme - dass die echtheit einer echten nicht 
mehr angenommen wird. es ist die totale redundanz. -- GuidoBraun - 28 
Oct 2004

und wie wird dieser wahrheitsgehalt in frage gestellt? schon einfach 
dadurch, dass das sf nicht-institutionell ist? oder dadurch, dass 
bilder nivelliert, unkommentiert und nicht in einem 
wertend-klassifizierenden setting aufbereitet neben vollkommen 
beliebigen anderen bildern stehen/auftauchen? oder wie? -- BerndSeib - 
28 Oct 2004

der wahrheitsgehalt wird im theoretischen diskurs, der im rahmen des 
serverfestivals angeregt werden soll (und darŸber hinaus) erarbeitet. 
beispiel: ein bild wird "hŸbsch gemacht", bevor es in der zeitung 
gedruckt wird. das beginnt bei drucktechnischen anforderungen an ein 
bild und endet nicht mit dem wegretouchieren eines hŠsslichen pickels 
auf der nase einer kšnigin. die frage ist, ab welchem grad einer 
Šnderungsmasznahme ein bild nicht mehr als wahr anzusehen ist. -- 
GuidoBraun - 02 Nov 2004

und vor allem: warum soll der wahrheitsgehalt einer information auf 
biegen und brechen in frage gestellt werden? ist die sache mit echt und 
wahr nicht langweilig, seid es zum allgemeingut aller halbgebildeten 
gehšrt, dass fotografien auch schon lange vor ihrer digitalisierung 
perfekt fŠlschbar waren? da muss ich mir doch nur die geschichte der 
aus historischen fotos gelšschter personen der verschiedenen 
sozialistischen stršmungen ansehen... -- MartinBrust - 01 Nov 2004

siehe oben -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

meine frage nach dem WARUM finde ich allerdings noch nicht 
beantwortet... -- MartinBrust - 02 Nov 2004

unser anliegen ist nicht die welt-erkenntnis schlechthin, sondern eine 
sensibilisierung im umgang mit / in der verarbeitung der bilderflut und 
damit auch dem einzelbild. -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

und wenn das SF04 die totale redundanz sein soll fŠllt mir dazu vor 
allem die totale langeweile ein, aber vielleicht liegt das ja auch an 
meinem ADS-Syndrom -- MartinBrust - 01 Nov 2004

fŸr die langeweile gibt es die enzyklopŠdie der langeweile. das ist 
aber ein anderes feld. -- SaschaBuettner - 01 Nov 2004

sascha bezieht sich hier auf eine eigne abteilung des wiki institute, 
die sich mit dem thema langeweile auseinansersetzt, ebenso wie es eine 
abteiltung fŸr "das schlechte bild" gibt, auf das sich weiter unten 
bezogen werden wird. -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

"die totale redundanz" bezieht sich nicht auf einen wahrheitsgehalt, 
sondern auf das bedeutungspotenzial, das einem bild zugeornet werden 
kann. in die tŸte gesprochen: je mehr bilder, desto unwichtiger das 
einzelbild.  oder ist es wichtiger? auch diese frage sei im 
diskursiven spiel am kommenden wochenende zu eršrtern. nicht hier ist 
der ort und jetzt die zeit, die herren schreiblehrlinge mit 
allumfassenden antworten zu versorgen  -- GuidoBraun - 02 Nov 2004


 >>>>>>> Welcher sozialistischen Stršmung gehšrt das SF04 an?

ich halte nichts von diesen ausdifferenzierungs=ausgrenzungs-fragen. -- 
SaschaBuettner - 26 Oct 2004

ich finde, dass differenzierung nicht gleichzusetzen ist mit 
ausgrenzung und warte eigentlich auch noch auf eine diesbezŸgliche 
beweisfŸhrung. ich finde vielmehr, dass differenzierung im rechten ma§e 
am rechten orte dumpfbackiger paroliererei entgegenwirkt. und ich finde 
klassische festivals meist undifferenziert oder pseudo-differenziert. 
-- MartinBrust - 01 Nov 2004

auch das eine frage der perspektive und deiner eigenen 
festival-wahrnehmungs-kompetenz (s. medien...). das problem ist 
vielmehr, dass die festivalbetreiber (im konventionellen) eben den 
nicht-infragestellern eine auswahl prŠsentieren, die nicht nur 
subkjektiv, sondern strukturell verortet ist. das bedeutet, mit der 
ausdifferenzierung, die das festival vornimmt, spricht es eine sprache, 
die ebenfalls im netz der signifikanten verhaftet ist, nŠmlich nicht 
durch das, was es zeigt, sondern durch das, was es eben NICHT zeigt, 
und die differenz daraus. -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

das serverfestival ist selbst stršmung. jeder kann sich ihr 
anschlie§en, einziges ausschlusskriterium wŠre eine 
ausschlie§ungsstrategie des anzuschlieszenden. -- GuidoBraun - 28 Oct 
2004

Den Begriff "stršmung" kšnnen wir ja beiseite lassen, der des 
"Sozialimus" kommt dagegen aus der sf-ankŸndigung. Wo der sich im sf 
wiederfindet, wŸrde mich schon interessieren. Fast noch mehr der 
Begriff von "Ausgrenzung", den ihr verwendet. Klar kann man die 
angesprochene Nivellierung, das Au§erkraftsetzen von qualitativen 
MasstŠben und das weitgehende Suspendieren von Teilnahmevorrausetzungen 
als Demokratisierungsbewegung beschreiben, aber "Sozialismus" hiess 
doch auch immer ganz faktische umverteilung und irgendwie "nŠgel mit 
kšpfen machen". der alleinige anspruch, nichts und niemanden ausgrenzen 
zu wollen, ist zwar ehrenwert und ja nicht von ungefŠhr ein zentrales 
motiv linker/postlinker ansŠtze der letzten 15 jahre, scheint mir aber 
immer etwas passiv. vielleicht kšnnte man das sf in diesem sinne als 
verweigerungs- und nichtmitmachenwollen-modell beschreiben, aber was 
meint ihr? -- BerndSeib - 28 Oct 2004

der begriff "sozialismus" wŠre nach dem scheitern jedes denkbaren 
sozialistischen experiments als satirisch behaftet zu erkennen. aber es 
hat ja auch etwas angestoszen, wie ich merke  -- GuidoBraun - 02 Nov 
2004


 >>>>>>> Also ist SF04 Ort der Undifferenziertheit? Ist jede 
Differenzierung eine Ausgrenzung? Und ist jede Ausgrenzung schlecht?

Ihr kommuniziert beispielsweise im SF04-Flyer eine mediale 
BilderŸberflutung, die Betrachter quantitativ Ÿberfordere und dadurch 
zu einer erhšhten Toleranz fŸr qualitativ niedrigere Bilder fŸhre. Das 
widerspricht dem Mainstream-Diskurs einer sich mit stŠrkerer 
Mediennutzung idR auch verbesssernden Medienkompetenz, oder? Haltet ihr 
die Pubilikation von noch mehr Bildern fŸr ein gutes Gegenrezept? Und 
ist die Unterscheidung in qualitativ hohe und niedrige Bilder nicht 
bereits wieder eine Ausgrenzung? -- MartinBrust - 28 Oct 2004

hmmm, diese unterscheidung in "qualitativ" hohe bzw. niedrige bilder 
kann ich nicht ganz nachvollziehen. das klingt so ein bischen nach der 
hochkulturfalle in die ich hier nicht reinstapfen mšchte.

diesen unterschied macht das SF selbst, wenn auf dem flyer (und sei er 
auch nur entwurf, die unterscheidung zwischen entwurf und produkt 
scheint mir eine ausgrenzung, der sich das SF wohl kaum hingeben 
mšchte) von einer erhšhten toleranz des users in qualitativer hinsicht 
gesprochen wird. das bedeutet doch, wenn auch unausgesprochen, aber 
dennoch recht deutlich: die leute ziehen sich mehr schei§e rein. -- 
MartinBrust - 02 Nov 2004

das ist richtig. wir behaupten eine gewisse abgestumpftheit bezŸglich 
der bilder. vergleichbar in etwa mit dem fernsehen: da werden immer 
krassere und absurdere formate erdacht, um die leute vor der glotze zu 
halten. insofern ist die doppelte deterritorialisierung des 
flyer-bilchdchens ein verweis auf derartige vorgŠnge, die sich von der 
mikro-psychologischen ebene auch aufs gesamt-gesellschaftliche 
tranformieren lassen. -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

der diskurs Ÿber bilder, egal welcher qualitŠt (die mich wie gesagt 
wenig interessiert), macht sich fŸr mich an dem gebrauch der bilder 
fest. wofŸr wurde das bild aus dem flyer genutzt? es zeigt das kind, 
welches (2003?) von einem israelischen soldaten erschossen wurde 
(dieser vorfall, bei dem ein palŠstinensicher vater mit seinem sohn in 
einen schusswechsel geraten ist und dabei sein sohn zu tode kam; 
augenzeugen berichten, der sohn sei vorsŠtzlich erschossen worden). das 
foto wurde also genutzt, die israelis anzuprangern. in der hier 
vorliegenden version ist das foto verfremdet und verfolgt lediglich das 
billige ziel zu provozieren (benetton lŠsst grŸ§en). wie billig. -- 
MartinBrust - 02 Nov 2004

eine bildŸberflutung gibt es meines erachtens gar nicht. in dem buch 
"zettelwirtschaft - die geburt der kartei aus dem geist der bibliothek" 
hei§t es: "Mit der Erfindung und Verbreitung des Buchdrucks ertšnt 
verstŠrkt eine Klage aus der gelehrten und lesenden Welt. Das Lamento 
von der BŸcherflut, von jeher verpackt in eine BewŠsserungs- , spŠter 
dann nautische Metaphorik, stšrt die konzentrische Ruhe der gerade erst 
verstummten, weil nunmehr leise lesenden Studierzimmer-Bewohner." 
†bertragen wir dieses Lamento auf die heutige zeit, die "Ÿberflutung" 
der medienkanŠle durch digitale bilder (und oft wird die 
grobpixeligkeit als negativkriterium hintenangefŸgt), erkennen wir, da§ 
es sich bei der "bilderflut" um einen alten hut, eine abgedroschene, 
haltlose floskel handelt. nun sind wir weder gegen eine differenzierung 
- sprich schŠrfung der argumnete (das sf versteht sich als tool zur 
schŠrfung der argumente!) - der begriffe noch fŸr oder gegen etwas.

also postmoderne anything goes beliebigkeit? -- MartinBrust - 02 Nov 
2004

das sf ist in der tat immer die summe all derer, die daran teilnehmen. 
ein hauptanliegen ist natŸrlich der herschenden ausgrenzungslogik der 
festivals, die gerade im medienbereich so beliebt sind, dienen sie doch 
zumeist lediglich als verkausbšrse und ranking-place (welchen marktwert 
habe ich auf dem markt der medienkŸnstler/-kuratoren) einen gegenpart 
zu bescheren.

und SF04 schafft vorgeblich dissidenten medien/kunstproduzenten unter 
vorwendung radikal-basisdemokratischen wortgeklingels eine alternative 
plattform? -- MartinBrust - 02 Nov 2004

nein; nicht basis-demokratisch, denn das wŠre ja auch wieder ein akt 
der ein- bzw. ausschlieszung. es ist ein kommunistischer akt, denn es 
werden alle bilder gezeigt und nicht die, Ÿber die eine "basis" zu 
befinden hŠtte. -- GuidoBraun - 02 Nov 2004

als leitmotiv dient der begriff mutualitŠt (statt dem so beliebten 
kollaboration - ein absolut entlarfender begriff, wenn man ihn mal 
endlich richtig liest) und konversation(kunst). konversationskunst 
insofern, da es bei dieser keine trennung zwischen akteur und publikum 
gibt und auch keinen zwang zum produzieren: es muss nicht produziert 
werden. sf ist letztendlich nur im moment des sf zu verstehen - zu 
erleben. alles davor und danach ist vermittlung.  -- SaschaBuettner - 
28 Oct 2004

wie definierst du medienkompetenz? kompetenz ist das wissen um, nicht 
die beherrschung von instrumenten der instrumentalisierung. 
medienkomepetenz im klassischen, neoliberalen kontext wŠre eine 
"bessere" urteilsbefŠhigung zugunsten von auf- oder abwertungen, die 
sich in der konservativen festivalkultur ins werk setzt, in dem 
kompetenz werke ein- bzw. ausschliszt. -- GuidoBraun - 28 Oct 2004

ich definiere medienkompetenz als die individuelle kompetenz eines 
users, medien so zu benutzen, dass sie seinem zweck dienlich sind. wenn 
er sich informieren will, muss er wahr von falsch scheiden kšnnen. wenn 
er andere informieren will, muss er wissen, wie er seine nachricht an 
die zielgruppe bringt. usw.usf. -- MartinBrust - 01 Nov 2004

bereits deine aussage ist nicht ausreichend differenziert, da deine 
definition sowohl eine aktive als auch eine passive interpretation der 
mediennutzung (und nutzung ist immer auch instrumentalisierung; 
vielleicht triffts das im aktiven besser) zulŠsst ...-- GuidoBraun - 02 
Nov 2004

natŸrlich. ich gehe selbstverstŠndlich von sowohl aktiver wie auch 
passiver mediennutzung aus. passive ist eh klar und beherrscht die 
rezipienten seit sie medien nutzen, die aktive ist, nicht zuletzt durch 
netze, in den letzten jahren sehr stark auf dem vormarsch. und 
mangelnde differenzierung sollte doch gerade hier nicht als vorwurf 
gelten: ausdifferenzierungs=ausgrenzungs-fragen -- MartinBrust - 02 Nov 
2004

die besondere eigenschaft des netzes ist die, dass eine partielle bis 
vollstŠndige deckung zwischen der aktiven und der passiven nutzung 
erzeugt wird, da praktisch jeder die mšglichkeit hat, bilder (wie 
texte) zu publizieren, zu kopieren oder zu verfremden. -- GuidoBraun - 
02 Nov 2004

D.h. prinzipiell sind alle bilder und damit alle beitrŠge zum sf 
gleichrangig, es wird auch von keiner instanz o.Š. gewertet? verstehe 
ich es richtig, dass es auch keine bild-thematischen vorgaben oder 
zumindest thematisch definierte subsegmente oder -rŠume geben wird? 
also keinerlei historischen, stilistischen, kunstgeschichtl. oder 
whatever-kontexte, in denen die bilder auftauchen. Mir scheints so, 
dass die Bilder damit im vergleich zu anderen potentiellen orten, in 
denen sie auftauchen kšnnten, irgendwie auch entwertet werden. 
user/betrachter stossen doch beim sf allenfalls zufŠllig auf sie? wenn 
meine mutmassungen stimmen, wirkt dieses konzept dann im 2. schritt auf 
mich so, dass die primŠre stossrichtung des sf wohl darin bestehen 
dŸrfte, der "herschenden ausgrenzungslogik der festivals" etwas 
entgegenhalten zu kšnnen. dann wŠre doch aber doch wieder die oben 
etwas abgekanzelte ebene der "vermittlung" das eigentlich daran 
interessante? sehe ich das richtig? --	BerndSeib - 28 Oct 2004

die auf- bzw. abwertung der bilder findet natŸrlich auch im sf - und 
zwar an den realen orten, statt - dadurch, da§ die bilder durch die 
orte de- bzw. kontextualisiert werden. -- SaschaBuettner - 30 Oct 2004


 >>>>>>> Haltet ihr die Pubilikation von noch mehr Bildern fŸr ein
gutes 
Gegenrezept?

Und ist die Unterscheidung in qualitativ hohe und niedrige Bilder nicht 
bereits wieder eine Ausgrenzung? -- MartinBrust - 01 Nov 2004

gegenrezept zu was? und warum unterscheidest du immer noch in 
qualitativ hohe und niedrige bilder? -- SaschaBuettner - 01 Nov 2004

das ist eure unterscheidung. siehe oben. -- MartinBrust - 02 Nov 2004

mit der wir (ich) auch nicht glŸcklich bin. aber die urteilskraft 
vollstŠndig aus dem handlungsakt zu entfernen, erfordert doch einiges 
an theorie-yoga. das serverfestival dient eher als eine spielerische 
herangehensweise an fragen der berechtigung von urteilssystemen. -- 
GuidoBraun - 02 Nov 2004

ist ein bewertungskonzept; die ausgrenzung wŠre: wir zeigen nur die 
guten bilder. die andere frage wŠre, wie unterscheidet sich ein gutes 
von einem schlechten bild? roland barthes hatte hierauf eine antwort, 
die sich auch beim lacan wiederfindet, nŠcmlich das ereignis innerhalb 
des bildes ist eine lesser zeite, die dazwischen zu liegen scheint; das 
aufblitzen des realen in der zeitgeleichen infargestallung nicht nur 
der bildinhalte.  beim serverfestival geht es aber um ALLE bilder. -- 
GuidoBraun - 02 Nov 2004

 >>>>>>> http://liga6000.de/html_version/index.html


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