Von: Sascha [Sascha.Buettner@Octopusweb.de] Gesendet: Sonntag, 2. Juli 2000 22:53 Betreff: Nachrichten aus dem Octopusweb "Potlatsch" #1 Nachrichten aus dem Octopusweb --------------------------------------------------------------------------------------------------- Inhaltsverzeichnis: 1.: Worte an die SurferInnen 2.: Manifest 3.: Manifest 4.: Manifest 5.: Manifest 6.: Manifest 7.: Manifest 8.: Neue Seiten und Ordner 9.: Nachwort --------------------------------------------------------------------------------------------------- 1.: Guten Tag. Ganz in der Tradition der Lettristen und der jenen auf den Fuß folgenden Situationisten haben wir unseren Online-Rundbrief "Potlatsch" getauft. In unregelmäßigen Abständen werden wir Sie einmal im Monat auf diesem Wege über Neuerungen im Octopusweb unterrichten. Die letzte "subscribe" Aktion verlief sehr erfolgreich. Zahlreiche Rückmeldungen haben meinen Postkorb gefüllt. Danke. Seit Monaten verfolgen wir intensiv die Diskussionen zu/über "net.art". Spontan wollten wir was ganz Fieses und Gemeines machen, irgendwie den ganzen Wortmeldungen den Garaus machen. Das, so erkannten wir recht schnell, hätte uns nix gebracht. Wir wollen lieber der Diskussion unsere 6 Manifeste beisteuern. Soweit, Sascha für Octopusweb P.S.: Wir sind ab sofort unter http://www.octopusweb.org zu erreichen. Toll. --------------------------------------------------------------------------------------------------- 2.: Manifest #1 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff der Kunst gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit dem Kunstsystem in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Kunstkontext gestellt werden und mit Kunstinstitutionen und anderen Websites verlinkt werden, die sich der Kunst widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Kunst" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 3.: Manifest #2 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff des Verbrechens gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit den Verbrechersyndikaten in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Verbrechenskontext gestellt werden und mit Clans, Organisationen und anderen Websites verlinkt werden, die sich dem Verbrechen widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Verbrechen" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 4.: Manifest #3 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff der Musik gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit der Musikindustrie in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Musikkontext gestellt werden und mit Musikinstitutionen und anderen Websites verlinkt werden, die sich der Musik widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Musik" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 5.: Manifest #4 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff der Gewalt gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit dem Staat in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Gewaltkontext gestellt werden und mit staatlichen Institutionen und anderen Websites verlinkt werden, die sich der Gewalt widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Gewalt" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 6.: Manifest #5 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff des Designs gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit Werbung in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Designkontext gestellt werden und mit Agenturen und anderen Websites verlinkt werden, die sich dem Design widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Design" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 7.: Manifest #6 Einige Leute sind der Ansicht, daß wir auf den Begriff der Revolution gänzlich verzichten und stattdessen eine Praxis begründen sollten, die nicht mit der Revolutionären Bewegung in Verbindung steht. Wir denken aber nicht, daß dies überhaupt möglich ist, insbesondere nicht im Internet. Der Grund dafür ist das System der Hyperlinks: Was im Netz produziert wird, kann jederzeit in einen Revolutionskontext gestellt werden und mit Projekten und anderen Websites verlinkt werden, die sich der Revolution widmen. Und selbst wenn wir auf das Wort "Revolution" verzichten würden, was könnten wir dann an seine Stelle setzen? Wie sollen wir eine Identität entwickeln, wie sollen wir Kontakte knüpfen und auf welche Weise können wir dann einen Kontext herstellen? --------------------------------------------------------------------------------------------------- 8.: Neue Seiten: http://www.octopusweb.org/index.htm http://www.octopusweb.org/abfrage.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/s04.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/c01/wormwar.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/c01/story.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/c01/play.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/c01/space.htm Neue Ordner: "lipstics": Der Hype um "net.art" hat den Browser "Web Stalker" hervorgebracht, den wir sogleich auf Herz und Nieren geprüft haben. Er bietet eine nette, grafische Oberfläche, die aber der erzeugten Informationsflut nicht ganz gewachsen ist. Auch die Möglichkeiten, die Vielfalt der Informationen zu speichern, sind sehr begrenzt, ja äußerst mühselig. Die Ergebnisse unserer Arbeit sind hier dokumentiert. Ob das alles Sinn macht, daß könnt Ihr selbst entscheiden. http://www.octopusweb.org/lipstics "traces": Unsere Test-Surfer und Informationsbeschaffer wurden beauftragt, ihre Streifzüge mittels eines Trace-Routers aufzuzeichnen und fürs Octopusweb aufzubereiten. Hier eine erste Auswahl: http://www.octopusweb.org/traces Reorganisiert: d01 (theoretische Internet/Grundversorgung mit X) klickt Euch durch. Aber paßt auf, der "jodi.org" ist mit uns durchgegangen. Wer es nicht schafft, die 50 Seiten durchzuklicken, dem sei es gegönnt, über die nachfolgenden Links in die Teilbereiche von d01 einzusteigen: http://www.octopusweb.org/octopusweb/d01/s00.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/d01/s18.htm http://www.octopusweb.org/octopusweb/d01/s34.htm Wir haben uns bemüht, Euren Browsern das Leben schwer zu machen. --------------------------------------------------------------------------------------------------- 9.: Nachwort So. Wir hoffen, die neuen Seiten und Ordner gefallen Euch. Über Feedback freuen wir uns immer, wer schweigt stimmt zu. Über Tips + Tricks freuen wir uns. Beiträge sind willkommen. An alle Java-Freaks: Wir suchen ausgefallene Javascripts + Java-Applets. http://www.octopusweb.org/absurd.htm zeigt Euch ungefähr, um was es uns geht! Sascha P.S.: Potlatsch erreicht 987 eMail-Adressen. Potlatsch wird vom "Revolutionary Internet Headquarter for CyberHype" beraten.