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Borderline Kongress

Über das Internet-Medium „rohrpost“ wurden einige Verlautbarungen seitens der Veranstalter gepostet:

Ankündigung vom 05.10.2000

Guten Tag! Endlich ist es soweit: Wir (s.a. unter Backgrund-Informationen) haben das 1. Manuskript zum Kongreß „Borderline - Strategien und Taktiken für Kunst und soziale Praxis“ fertig gestellt. Über eine rege Diskussion der von uns formulierten Ansätze würden wir uns freuen! Beiträge können uns direkt per E-mail zugesendet werden. Ergänzend haben wir ein Online-Forum eingerichtet. Selbstverständlich sind wir auch auf klassischen Wegen der Fernkommunikation, wie Post und Telefon zu erreichen (s.a. unter Kontakt). Der Kongreß wird im Mai 2001 stattfinden.

Borderline ist Online zu erreichen unter: http://www.octopusweb.org/borderline/

»Borderline« Strategien und Taktiken für Kunst und soziale Praxis

Vergeßt „die deutsche Kulturhauptstadt“ - Kommt in die Provinz! Lauscht Vorträgen, diskutiert diese kontrovers in angenehmer Kurstadtatmosphäre im idyllischen Wiesbaden. Kasino und Kurpark bieten Entspannung und Kurzweil während der Kongreßpausen - jenseits hysterisch überhitzter sozio-kultureller Debatten und lärmenden Großstadtmülls. Es mag der Provinz an vielem fehlen, nicht jedoch an Ruhe. (Keine Angst, Fluxus ist längst tot). Das garantiert maximale Konzentration auf das Wesentliche und bietet genügend Raum für Nebensächliches und läßt eine konstruktive Arbeitsatmosphäre entstehen, wie sie nur abseits des Mainstreams möglich ist. Provinz: zur Zeit die einzig wahre Alternative.

Ursprung und Hintergrund: Vor dem Hintergrund einer seit 3 Jahren regelmäßig stattfindenden Reihe von „Kunstgesprächen“ im Kunsthaus Wiesbaden (u.a. mit Dr. Christina Resch, Dr. Jürgen Bohl, Sabeth Buchmann, John Tausendwort, Günther Jacob, Regina Behrendt und Holger Kube Ventura) versteht sich der Kongreß als eine Plattform für eine erweiterte und vertiefende Auseinandersetzung mit den im Rahmen der Vortragsreihe begonnenen Diskursen. Im Oktober / November 2000 wird die Kunstgesprächsreihe mit Dr. Volker Rattemeyer, Museum Wiesbaden, und Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann, MMK Frankfurt, fortgeführt. Es ist nicht auszuschließen, daß Leser dieses Textes die Kunstgesprächsreihe nicht aktiv verfolgt haben und aufgrund dessen die Diskurse nicht kennen. Daher erläutern wir im folgenden kurz Anliegen und Ziel des Kongresses.

Intension, Position und Realisation: Ein zentrales Anliegen des Kongresses ist die konstruktive Gegenüberstellung kontroverser Standpunkte. Dabei stehen Künstlerstrategien im Mittelpunkt. Der Begriff der Strategie umfaßt hier die bewußt reflektorischen Handlungs- und Planungsformen sowie die unbewußt emotional gesteuerten, welche sich aufgrund des Fehlens eines analytisch reflexiven Momentes dem klassischen Strategiebegriff zu entziehen scheinen. Aus diesem Grundverständnis heraus sind sowohl analytisch-interpretatorische und autobiographische Berichte aus Theorie und Praxis, wie auch performanceartige Vorträge geplant. Die vermittelnden Medien sind frei zu wählen. Die zwischen oder nach den Vorträgen stattfindenden unmoderierten Diskussionen der Teilnehmer untereinander, mit oder ohne die betroffenen Referenten sind ein wesentliches Moment. Die Organisatoren sind in keinem etablierten Polit- und Kunstkontext verankert, was die Realisation des Vorhabens ungemein erschwert, aber glaubwürdig einen Austausch jenseits üblicher Strukturen und Kontexte fordern läßt. Angestrebt ist das Entstehen von produktiv-konstruktiven Konflikten. Der Kongreß versteht sich als Herausforderung an alle Referenten. Er bietet ihnen eine optimale Möglichkeit ihre intellektuellen und rhetorischen oder andere Qualitäten auf neuem Terrain zu überprüfen, um sich auf diesem Wege weiter zu profilieren und plazieren.

Thematische Anregungen statt Manifeste:

Kommerzialisierung als Ende der Kunst, oder ein scharfes Schwert gegen das Establishment.

Kunstavantgarde, oder wie man sich rar macht, um sich anschließend breit zu machen, ohne zuvor überhaupt da gewesen zu sein.

Historifizierung: Hier stellt sich unter anderem die Fr age: Wo ist der Eingang zum Museum und was soll ich da, insbesondere wenn die Tür verschlossen ist.

Analogisierung: Sind die Übereinstimmungen so stimmig wie sie scheinen - oder scheinen diese lediglich unstimmig.

Kontextualisierung als eine Folge der Konzeptualisierung.

Imagetransfer: Warum das Siemens-Kultur-Programm diesen Kongreß nicht unterstützt und was sich die Initiatoren von der Veranstaltung für sich erhoffen.

Die Verweigerungsstrategie scheint fast den Organisatoren eigen zu sein. Als Verweigerungsstrategie dürften auch die Anfänge von Techno mit der Ablehnung des Starprinzips, das Arbeiten mit wechselnden Pseudonymen und dem Kreieren ständig neuer (Musik-)Stile und Kategorien anzusehen sein.

Peripherien: Das schon totgesagte Neoismus-Konzept stellt sich dem unerwartet aufblühenden Retro-Neoismus. Ein brisantes Thema, versteht sich doch der BBK Wiesbaden e.V. als die bundesweit - wenn nicht sogar international - größte aktive neoistische Künstlervereinigung.

Mit den o.g. Strategien geht auch die Frage der Selbstetablierung und Plazierung als Künstler im, am Rande, oder außerhalb des Kunstmarktes und der Gesellschaft einher. Thematisiert wird überdies die sog. Double-Binde-Problematik aller strategischen Ansätze. Eine Reflexion der unauflösbaren Widersprüche und Paradoxien, welche den Kunstavantgarde-Konzepten und der Institutionenkritik eigen sind, ist ebenso unvermeidlich. Alle bisherigen Erläuterungen lassen bei realistischer Betrachtung eine konzentrierte Anzahl an Vorträgen erwarten. Die Initiatoren hoffen, bereits in der Vorbereitungsphase des Kongresses intensive Diskussionen um die o.g. Themen anzuregen, welche dann im Rahmen des Kongresses gebündelt und fortgeführt werden können. Da die Fantasie / Phantasie der Kongreßorganisatoren keine Grenzen kennt, obwohl sie fast regelmäßig mit den Realitäten kollidiert, ist die Veröffentlichung eines Readers mit Text- und Bildsammlungen aller Beiträge geplant. Sollten sich hinreichend etablierte Referenten finden, besteht die Möglichkeit, den Reader durch einen namhaften Verlag publizieren zu lassen. Ergänzend werden alle Beiträge unter http://www.octopusweb.org/borderline/ ins Netz gestellt und dürfen dort kontrovers diskutiert und ergänzt werden.

Strategen gesucht: Personen, die einen Vortrag oder eine Aktion (…) beisteuern wollen, sollten sich mit ihrer Idee vertrauensvoll an die Organisatoren wenden. Diese bitten um eine baldige Benachrichtigung, so daß sie möglichst viele der eingereichten Vorschläge berücksichtigen können. Kontaktadressen sind am Ende des Textes zu finden.

Finanzierungslücken von Anfang an: Um die zu überwindenden Hürden nicht noch größer werden zu lassen, erstattet der Veranstalter den Referenten Anfahrt, Übernachtung und Verpflegung. Die Grundfinanzierung ist bereits gesichert, z.Z. entstehen verbindliche Kontakte zu Sponsoren.

Spendenkonto: Idealisten werden gebeten den (noch etwas) unterfinanzierten Kongreß mit Finanz- und Sachspenden zu unterstützen. Wir danken im voraus - und im nachhinein ganz besonders. Spenden können auf das Konto des BBK Wiesbaden e.V. überwiesen werden, Kto Nr.: 187 444 609, BLZ: 500 100 60, Postbank Frankfurt/Main. Bitte als Verwendungszweck „Borderline-Kongreß“ angeben.

Background-Informationen: Das Kunsthaus Wiesbaden bietet großzügige Veranstaltungsräume, welche dem BBK für die Dauer des Kongresses zur Verfügung stehen.

Veranstalter des Kongresses ist der Berufsverband Bildender Künstler Wiesbaden e.V. Organisiert wird der Kongreß von „bojabü“ und „A.B.“ in Zusammenarbeit mit dem BBK Wiesbaden e.V.

Ankündigung vom 21.05.2001

Borderline - Strategien und Taktiken für Kunst und soziale Praxis, 08.06. - 10. 06.2001, Museum Wiesbaden —

Guten Tag,

wenn jetzt nicht noch jemand stirbt, dann ist das Programm komplett.

Es hat, bedingt durch Krankheit und Terminschwierigkeiten einige Umstellungen gegeben. Bazon Brock, dem wir von dieser Stelle eine gute Besserung und schnelle Genesung wünschen, hat uns leider absagen müssen. Dafür konnten wir Dr. med. Jürgen Bohl gewinnen, der den Kongress mit dem Referat „Opfer am Südrand des Nichts“ eröffnen wird. Ebenso hat uns Helmut Draxler absagen müssen. Anstatt seiner wird die Arbeitsgemeinschaft Retrograder Strategien über „Retrograde Strategien“ referieren.

Beste Grüße,

Sascha für Borderline

Chat: Für alle daheimgebliebenen bieten wir die Möglichkeit, mit den Referenten zu diskutieren. Die Chat-Zeiten + Themen geben wir rechtzeitig bekannt.

Diskurs: www.octopusweb.de/forum

Service: Programmfolder: www.octopusweb.org/borderline/folder.pdf Schlafen-in-Wiesbaden: www.octopusweb.org/borderline/Betten.pdf Timetable: www.octopusweb.org/borderline/Timetable.pdf Anmeldung: www.octopusweb.de/anmeldung.htm

Ausblick: Im Herbst werden wir das Borderline-Projekt vorstellen. Im Winter wird der Borderline-Reader erscheinen.

Timetable:

Freitag, 08.06.2001 18.00 Uhr: Einlass + Begrüßung 19.00 Uhr: Dr. med. Jürgen Bohl ab 22.00 Uhr Nachtprogramm in der Galerie kgb (www.kgbbunker44.de)

Samstag, 10.06.2001

08.30 Uhr bis 09.30 Uhr: Frühstücksbrunch

09.30 Uhr: Holger Kube Ventura 10.40 Uhr: Adi Hösle + Georg Winter (AG Retrograde Strategien) 11.50 Uhr: Florian Schneider 13.00 Uhr: WochenKlausur

14.30 Uhr - 16.00 Uhr: Lunchtime

16.00 Uhr: Monty Cantsin 17.10 Uhr: Verena Kuni 18.20 Uhr: Reinhold Grether

20.00 Uhr: Christoph Schäfer + Margit Czenki Im Anschluß (ca. 23.00 Uhr): Local DJs, Chat + mehr. (www.schlachthof-wiesbaden.de)

Sonntag, 10.06.2001

10.00 Uhr - 11.00 Uhr: Frühstücksbrunch

11.00 Uhr: Ralf Homann + Farida Heuck + Manuela Unverdorben (Schleuser.net) 12.10 Uhr: Christine Resch 13.20 Uhr: Kunstadapter 14.30 Uhr: Carmen Mörsch

Änderungen vorbehalten

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