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WND Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft bringt für gesellschaftliche Strukturen, Institutionen und Prozesse einen umfassenden Wandel mit sich, dessen Ausmaße noch nicht vollständig verstanden werden. Stichworte wie „flexible Netzwerkstrukturen“, „Entmaterialisierung der Wertschöpfung“ und „Beschleunigung“ beschreiben zwar Trends, können aber noch nicht ausreichend Auskunft über die Gesellschaftsform der Zukunft geben. In Teilbereichen liegen aber empirische Studien vor, die zu soziologischen und politikwissenschaftlichen Theorieansätzen geführt haben. In die sicherheitspolitische Forschung haben diese Entwicklungen jedoch bisher nicht ausreichend Eingang gefunden.
Auch im Bereich der Sicherheitspolitik ist ein grundlegender Wandel zu beobachten. Elektronische Überwachungstechnologien, Präzisionswaffen, die Nutzung von kommerziellen Produkten, „Informationskriege“ oder die „Revolution in Military Affairs“ stellen den Kernbereich staatlicher Existenz, das Gewaltmonopol, in Frage. Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit, zwischen Krieg und Frieden (auch: zwischen Krieg und Kriminalität) sowie zwischen Militär, Polizei und Geheimdiensten werden unscharf. Im Gefolge der US-amerikanischen Diskussion wird seit kurzem auch in Deutschland darüber diskutiert, ob und wie neue Informationstechnologien Aufgaben, Strategien und Institutionen der Sicherheitspolitik verändern und wie darauf reagiert werden sollte.
Die Aktionsgruppe Information und Sicherheit (AG:IS) wurde im Winter 2004 gegründet, um dieser Debatte ein solides Fundament zu geben. Bislang fehlt es an seriösen Studien, die nicht jede technische Innovation als militärischen Durchburch einschätzen oder als neues Sicherheitsrisiko bewerten, sondern fundierte Einschätzungen auf wissenschaftlicher Grundlage liefern. Die AG:IS hat sich zum Ziel gesetzt, auf diesem Gebiet empirische Detailkenntnis mit theoretischer Reflexion zu verbinden. Dabei sollen neue Trends aufgespürt und abgeschätzt, implizite Grundannahmen der Diskussion auf ihre Ideologien abgeklopft sowie Alternativen zum militärisch dominierten Diskurs entwickelt werden.
Die AG:IS arbeitet interdisziplinär als dezentraler internationaler Zusammenschluß von NachwuchswissenschaftlerInnen in verschiedenen Fächern. Neben der inhaltlichen Arbeit leistet AG:IS damit auch einen Beitrag zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. Der Großteil der Arbeit wird vernetzt und projektbezogen geleistet, daher kann die AG:IS auf feste Strukturen oder einen großen Verwaltungsapparat verzichten.
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